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Cronik

Die Chronik des Northeimer Segelclubs e. V.

(1973 – 2012)

Von Hans J. Fisseler

1. Kapitel

Ein schneidend kalter Wind auf Nordwest pfiff um die Northeimer Hausecken, als sich am Abend des 26. Februar 1973 fünf Männer und zwei Frauen um den Stammtisch der Gaststätte Siedlerklause versammelten, um den Northeimer Segelclub aus der Taufe zu heben. Die sieben waren: Gerrit Jörns, Günter und Marlies Ludewig, Rudolf und Brigitte Heese aus Thüdinghausen, Rudolf Tuchtfeld und Karl-Heinz Werder. Der Taufakt gelang, der Club wurde gegründet, ein erster Vorstand gewählt.

Die Geburtsstunde des Northeimer Segelclubs schlug allerdings schon Jahre zuvor: Im Sommer 1967 war es, als die befreundeten Ehepaare Ludewig und Jörns einen gemeinsamen Urlaub an der Ostsee planten. Daraus wurde dann zwar nichts, es blieb aber immerhin noch ein verlängertes Wochenende in Hamburg übrig. Und auf der Binnenalster war es dann, als sich Jörns und Ludewig kurzentschlossen ein Segelboot zu charterten. „Mit Kapitän“, wie sich Gerrit Jörns später erinnert. Ein zwölfjähriger Junge war mit an Bord, um den beiden Northeimer Landratten den Umgang mit Ruder und Schoten zu zeigen. An diesem warmen Sommertag herrschte allerdings auf der Alster absolute Flaute, die Segel schlugen nur müde, und dem Kapitän wurde es langweilig so vom Wind verlassen. Er ließ sich an Land absetzen, und so saßen Jörns und Ludewig erstmals ganz allein in einem Segelboot. Eine Faszination, die sie in ihrem ganzen Leben nicht mehr loslassen wird.

Auf der Rückfahrt war für beide klar: Wir machen noch einmal Stopp am Maschsee in Hannover und segeln dort. Gesagt, getan: Doch an der Segelschule Overschmidt kam die ernste Enttäuschung. Dort konnten nur Leute mit Segelschein eine Jolle ausleihen. Und den hatten unsere beiden Segelenthusiasten damals noch nicht. Doch so schnelle gaben Jörns und Ludewig nicht klein bei, schließlich hatten sie ja Segelerfahrung auf der Binnenalster. Und als ein freundlicher Segellehrer die beiden nach dem Wegerecht auf dem Wasser fragte, antworteten sie mehr nassforsch als sachkundig „Rechts vor Links“. So falsch war das ja nicht, aber trotzdem erhielten sie die Antwort: „Na, dann lernt erst einmal!“ Ein Boot gab es nicht.

Aber Günter Ludewig und Gerrit Jörns waren schon immer findig, und sie erreichten auch an diesem Tage ihr Ziel: Am Maschsee-Nordufer entdeckten sie einen Verleiher, der Jollen auch ohne Segelschein vermietete. Der Törn war gerettet. „Und da ist bei uns der Wunsch erwacht, den Segelschein zu machen“, berichtete Jörns später. Man Zögerte nicht lange, diesen Wunsch zu realisieren: Ab Spätsommer desselben Jahres fuhren Jörns und Ludewig zweimal pro Woche abends zur Overschmidtschen Segelschule nach Hannover zum theoretischen Unterricht. Und samstags und sonntags stand praktisches Segeln auf dem Lehrplan, den die beiden Väter des Northeimer Segelclubs auch tapfer ein- und durchhielten. Gerrit Jörns erinnert sich: „Mehr oder weniger nüchtern. Und der Segellehrer war sonntags manchmal etwas ungehalten mit uns“.

Der Segellehrer bei Overschmidt war damals ein junger Leutnant, der mit Vorliebe junge Damen in die Kunst des Segelns einführte. Auf einem schnittigen Zugvogel, den er für sich reserviert hatte. Jörns und Ludewig sowie die anderen Segelschüler wurden auf der eher plumpen aber gutmütigen Comoran-Jolle geschult. So wurde der damals noch unerreichbare Zugvogel bald für die beiden der Traum des eigenen Bootes. Ende September war der Prüfungstermin angesetzt. Gerrit Jörns und Günter Ludewig bestanden ihre A-Schein-Prüfung, das Wegerecht auf dem Wasser war ihnen längst geläufig. Die ganz Sache hatte nur einen Haken: In ganz Südniedersachsen gab es kein einziges brauchbares Gewässer für den Segelsport. Die nächsten Seen waren Maschsee und das Steinhuder Meer.

Doch das kümmerte Gerrit Jörns und Günter Ludewig im Freudentaumel der bestandenen A-Schein-Prüfung herzlich wenig. Am selben Tag studierten die beiden noch in Hannover die Anzeigenteile der Zeitungen und wurden fündig: In Hamburg stand doch tatsächlich ein Zugvogel zum Verkauf. Ein Anruf in der Hansestadt machte alles klar: Die Jolle war noch zu haben. Und am nächsten Wochenende fuhren die beiden Freunde wieder nach Norden, dem eigenen Zugvogel entgegen. In Hamburg wurde man sich schnell handelseinig. Für 4.700 DM wechselte der Zugvogel den Besitzer. Der Ureigner hatte geheiratet und brauchte den Zugvogel-Erlös, um eine neue Küche zu kaufen. Die hatten Ludewig und Jörns schon, und jetzt waren sie gemeinsam stolze Besitzer eines so sehnlich gewünschten Zugvogels.

Aber bis nach Northeim kam der Zugvogel noch nicht. Jörns und Ludewig legten ihn am Maschsee an den Overschmidtsteg und segelten dort bis zum Ende der Saison 1967. An die Gründung eines Northeimer Segelclubs verschwendeten die beiden damals noch keinen Gedanken. Die Zeit war wohl auch noch nicht reif für eine solche Idee. Oder doch? Da gab es in der Stadt Northeim mit Winfrid Hedergott einen engagierten Kommunalpolitiker, der seit Jahren den Traum der Northeimer Seenplatte träumte. Einer Seenplatte, auf der auch und gerade Platz für Boote mit weißen Segeln sein sollte. Doch so weit war es noch lange nicht.

Im Jahr 1968 wurde im Harz das Flüsschen Innerste gestaut. Im Frühjahr 1967 hatte sich dort bereits ein Wassersportverein gegründet, dem Gerrit Jörns und Günter Ludewig im Herbst desselben Jahres beitraten. Der Anfang war eher bescheiden: Um Segel zu können, wurde am Wochenende ein Zelt aufgeschlagen. Als aus dem Zelt später ein Wohnwagen wurde, kehrte so etwas wie Luxus in das Seglerleben ein. Gerrit Jörns erinnert sich: „Zu dieser Zeit haben wir Regatten gesegelt und Preise gewonnen, die man auch heute noch vorzeigen kann“. Doch der Ehrgeiz trieb unsere Segelväter weiter voran: Anfang der siebziger Jahre leisteten sie sich einen funkelnagelneuen Zugvogel. Von der Linnekuhlwerft in Steinhude. Mit der Begründung: „Wir wollen ja nicht immer nur hinterher segeln“.

In dieser Zeit kam der Leinepolder zwischen Salzderhelden und Hollenstedt in die öffentliche Diskussion. Von einem Dauerstau bei Salzderhelden war die Rede. Gerrit Jörns wurde hellhörig und fühlte beim Landkreis Northeim vor. Er wollte wissen, was getan werden muß, damit nicht Angelsportvereine ein solches Gewässer gleich wieder ausschließlich für sich vereinnahmen. Jörn erhielt den Tipp eines hohen Kreisbeamten, bei der Bezirksregierung in Hildesheim einen Antrag „auf Regelung des Gemeingebrauchs des künftigen Dauerstaus im Leinepolder“ zu stellen. Der Haken bei dieser Sache war nur: Einen solchen Antrag konnte keine Privatperson stellen, das konnte nur ein Verein tun.

Im Sommer 1969 entstand eine weitere Keimzelle des NSC. Das Ehepaar Brigitte und Rudolf Heese kaufte eine gebrauchte Jolle vom Typ „Koralle“. Nach Generalüberholung wurden im Frühjahr 1970 die ersten praktischen Segelversuche auf dem Göttinger Kiessee unternommen, die noch im selben Jahr auf der Odertalsperre im Harz erweitert werden sollten. Der erste Start auf dieser Talsperre endete hinter der Sperrmauer in einer totalen Flaute, so dass nur die Paddel ein Zurück zum Strand ermöglichten. Die Windverhältnisse auf diesem See waren für die Anfänger so schlecht, dass dies faste das Ende der Segelleidenschaften geworden wäre.

Durch andere Segler erfuhren die Heeses, dass auf der Innerste-Talsperre auch gesegelt wurde und dass dort die besten Windverhältnisse im Harz herrschten. Ein Besuch beim dortigen Campingwirt hatte Erfolg. Sie bekamen einen Landliegeplatz für ihre Jolle und eine befristete Seebenutzungsgenehmigung. Das Segeln lernen bei richtigem Wind begann. Wenn dabei auf dem See eine angehende Seglerin ihre Urlaute ausstieß, wussten die Campingplatzbewohner, dass Heeses auf dem Wasser waren. Unter diesen Platzbewohnern waren auch die Familien Ludewig und Jörns, so dass schon bald die ersten Kontakte entstanden.

Im Frühjahr 1971 belegten Brigitte und Rudolf Heese einen Segelkurs beim “Blauen Peter“ in Grömitz und absolvierten erfolgreich die A-Schein-Prüfung. Es folgte für sie eine Zeit der wechselnden Seereviere von der Ostsee bis zum Wörthersee.

Im Jahr 1972 entstand eine weitere Keimzelle des NSC, die sich aus der beruflichen Verbindung von Rudolf Heese und Karl-Heinz Werder ergab. Karl-Heinz Werder hatte sich einen Petergleiter (entspricht in etwa dem Piraten) selbst gebaut und damit auf der Ostsee und den Kiesgewässern der Firma Oppermann gesegelt. Karl-Heinz Werder hatte das Segeln bei der Marine gelernt und sich durch den Eigenbau einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Die Ostsee hatte er bereits vorher mit einem Schlauchboot mit Außenborder befahren, aber sein Herz schlug immer für das Segeln.

Bei einem Gespräch zwischen Rudolf Heese und Karl-Heinz Werder entdeckten sie ihr gemeinsames Hobby, und man dachte über das Segeln vor der Haustür auf den Kiesteichen nach. Die bestehenden Kontakte zur Firma Oppermann wurden erweitert und Oppermann-Geschäftsführer Hohlbein erteilte den beiden eine Genehmigung zum Segeln auf dem Kiesteich an der Hollenstedter Straße.

Es wurde versucht, eine geeignete Landestelle zu erschließen, aus der dann auch schon bald ein kleiner Steg wurde, den Karl-Heinz Werder in Eigenleistung erstellte. Im Spätherbst 1972 wurde von Heese und Werder bei einer Leitungstrassenbegehung im Raum Hardegsen die Idee eines Segelvereins angesprochen. Da beide mit Jörns und Ludewig bekannt waren, wurde verabredet, entsprechende Gespräche einzuleiten. Hierbei ergab sich, dass auch von dieser Seite der Gedanke eines Northeimer Segelclubs schon angedacht war. Man stellte fest, dass zu einer deutschen Vereinsgründung mindestens sieben Mitglieder nötig sind und überlegte, wer dafür noch in Frage käme.

Da die Ehefrauen Brigitte Heese und Marlies Ludewig bereit waren, diese Gründung mit zu vollziehen, fehlte nur noch einer. Den Gründungsvätern war bekannt, dass der Bäckermeister Rudolf Tuchtfeld einen Jollenkreuzer auf dem Seeburger See segelte. Er wurde angesprochen, und war sofort von der Idee begeistert. Somit war die erforderliche Zahl der Gründungsmitglieder erreicht.

Zur Gründungsversammlung am 26. Februar 1973 brachte Gerrit Jörns die Vereinssatzung des Rallye-Touring-Clubs Northeim mit. Dort war er schon Mitglied. Er hatte zuvor die entsprechenden Vereinsbezeichnungen geändert, das Übrige im Wesentlichen aber übernommen. Die Satzung wurde einstimmig beschlossen. Und es wurde der Antrag auf Regelung des Gemeingebrauchs des erhofften und erwarteten Einbecker Sees bei Salzderhelden beschlossen.

Die Wahl von Gerrit Jörns zum 1. Vorsitzenden des Northeimer Segelclubs war nicht überraschend. Rudolf Heese wurde zum 2. Vorsitzenden ernannt, Karl-Heinz Werder zum Schriftwart und Günter Ludewig zum Schatzmeister. Doch der Schatzmeister hatte anfangs das wenigste zu tun: Die Mitglieder blieben zunächst beitragsfrei. Bis zur ersten Jahreshauptversammlung des noch jungen Vereins am 19. September 1974 im Northeimer Hotel Sonne. Fünf der sieben Gründungsmitglieder nahmen an dieser Versammlung teil.

Die 1. Jahreshauptversammlung wäre beinahe schon die letzte gewesen. Die Bezirksregierung hat dem NSC-Antrag auf Gemeingebrauch des Einbecker Sees abschlägig beschieden mit der Begründung, der Gemeingebrauch könne nicht geregelt werden, weil es den See Überhaupt noch nicht gibt und es noch nicht abzusehen sei, wann und ob es ihn überhaupt geben wird. Damit hatte der NSC sein Ziel bereits verloren, noch ehe er so sichtig aus den Startblöcken gekommen war.

Der Einbecker See war zwar zunächst verloren, geblieben war allerdings die Segelbegeisterung. Und als sich im Laufe des Jahres 1974 20 Menschen um eine Mitgliedschaft im Northeimer Segelclub beworben hatten, sagte sich der Vorstand entschlossen: Jetzt wird die Sache richtig aufgezogen.

Dabei war die Gründung des Northeimer Segelclubs in aller Stille erfolgt, nie öffentliche bekannt gemacht worden. Aber die Information über die Clubgründung in Northeim sickerte durch. Bis nach Einbeck. Dort war man wenig begeistert darüber, dass ein Northeimer Segelclub sich um die Nutzungsrechte am künftigen Einbecker See bemühte. Und so entstand im Sog der Northeimer Vereinsgründung auch ein Einbecker Segelclub.

Die neue Zuversicht des jungen NSC-Vorstandes begründetet sich in den guten Kontakten von Karl-Heinz Werder und Rudolf Heese zum Kiesunternehmen Oppermann. Im Mai 1994 hatte Gerrit Jörns bereits Kontakt aufgenommen zu Winfrid Hedergott, dem Beauftragten der Stadt Northeim für die Northeimer Seenplatte, mit der Bitte, sich dafür einzusetzen, dass die Segelsportler einen Bereich der Seenplatte zur Ausübung ihres Sportes zugeteilt bekommen. Die ablehnende Haltung des Unternehmens auf eine Nutzung des Northeimer Kiessees begann allmählich aufzuweichen. Also beschloss die Mitgliederversammlung am 19. September 1974, einen Antrag zu stellen auf die Aufnahme in das Vereinsregister beim Amtsgericht Northeim. Gleichzeitig wurde die Mitgliedschaft beantragt in der Südniedersächsischen Wettsegelgemeinschaft, im Deutschen Sportbund und im Deutschen Segler-Verband.

Gleichfalls beschloss die erste Jahreshauptversammlung die Beitragsstrukturen: Die Aufnahmegebühr wurde auf 100 DM festgesetzt, der jährliche Mitgliedsbetrag auf 120 DM, Familienangehörige und Jugendliche hatten die Hälfte zu zahlen, eine Aufnahmegebühr wurde von ihnen nicht verlangt. Ein Clubstander wurde ebenso beschlossen wie eine erste Optimisten-Regatta im Frühjahr 1975 auf dem Northeimer Kiessee.

Die Wettsegelgemeinschaft nimmt den Northeimer Segelclub am 15. Oktober 1974 in ihre Reihen auf. Das Abstimmungsergebnis für den NSC: Zwölf Ja, zwei Nein, zwei Enthaltungen. Brigitte und Rudolf Heese werden die ersten NSC-Delegierten in der Wettsegelgemeinschaft. Am 18. November 1974 wurde der Verein als Northeimer Segelclub e.V. in das Vereinsregister eingetragen. Doch mit dem Clubstander hatte der junge Verein beim DSV kein Glück: Der Entwurf wurde abgelehnt und zurückgewiesen. Doch der zweite Versuch gelang, der NSC hatte seinen Stander, und Blau und Gelb als Vereinsfarben: Die beiden Kreise im Stander sind Symbole für den Northeimer Kiessee und den Leinepolder, das stilisierte „N“ für Northeim und ein stilisierter Zugvogel befinden sich in den Kreisen. Erdacht und gezeichnet wurde alles von Gerrit Jörns.

Am 4. Dezember 1974 gibt es wieder eine Mitgliederversammlung. Wieder in der Sonne. Noch treffen sich die Segelsportler im kleinen Raum. Der Vorstand wird überrascht, das Interesse der Northeimer ist größer als der Raum. Dicht gedrängt stehen die Interessenten selbst vor der offenen Tür, um zu lauschen, was drinnen gesprochen wird. Eine erste Segelregatta auf dem Northeimer Kiessee wird vorbereitet: Die Firma Oppermann hat ihre Zustimmung bereits erteilt, die Klosterkammer auch. Die Zustimmung gilt ausnahmsweise und für eine einzige Veranstaltung.

Gerrit Jörns erinnert sich: „Wir mussten eine Erklärung unterschreiben, dass nicht der Club, sondern der Vorstand persönlich die Verantwortung übernimmt“. Doch das reichte immer noch nicht: Ein Landwirt stellte sich quer. Der pochte auf sein Wegerecht und wollte den Segelsportlern den Weg nicht freigeben. Erst eine Intervention des Chefs des Klosterrentamtes Northeim, Stetskamp, bewegte den Landwirt zur Duldung der Segler.

Die Mitglieder des NSC treffen sich in dieser heißen Aufbauphase monatlich: Am 13. Januar 1975 wird die Regatta auf den 1. Mai festgelegt. Aus der Opti-Regatta ist längst eine offene Regatta geworden. Günter Ludewig kündigt den Start von fünf 420ern an. An dieser Versammlung nimmt erstmals ein Mann teil, der den NSC in den folgenden eineinhalb Jahrzehnten entscheidend mit prägen wird: Klaus Romminger. Er versprach dem Vorstand, die Segel-A-Schein-Ausbildung für die Vereinsmitglieder zu übernehmen.

 

Die nächste Mitgliederversammlung ist am 24. Februar 1975. Weitere Vorbereitungen für die erste Regatta werden getroffen. Die Mitglieder beschließen, dass alle Clubmitglieder einen allgemeinen Arbeitsdienst zur Vorbereitung der Regatta absolvieren müssen. Wer keine Zeit hat, kann ersatzweise zehn DM für jede nicht geleistete Arbeitsstunde entrichten. Hans-Heinrich, im späteren schlicht norddeutsch Heiner genannt, Falkenhain wird zum Pressewart ernannt. Die Versammlung beschließt den Kauf einer neuen Pirat-Jolle zum Preis von 5890 DM. Doch soviel Geld gibt die Vereinskasse noch nicht her. Deshalb wird ein Überziehungskredit von 5000 DM bei der Kreis-Sparkasse Northeim beantragt und bewilligt.

Zur ersten NSC-Regatta am 1. Mai 1975 werden schließlich Optimisten, 420er und Piraten eingeladen. Ein Signalmast steht dem Verein ebenfalls zur Verfügung. Ein Mitarbeiter von Gerrit Jörns hatte ihn in seinem Garten aufgestellt. Als er tödlich verunglückte, schenkte die Witwe den Signalmast dem Club.

Die Regatta wurde zu einem triumphalen Erfolg für den Northeimer Segelclub, der mit dieser Veranstaltung erstmals ins Rampenlicht der Öffentlichkeit trat. Den Titel „1. Bademeister des NSC“ verdiente sich an diesem Maifeiertag Karl Ahrens, der bei einer Ehrenrunde mit dem neuen Clubpiraten über Bord und auf Tiefe ging. Getauft wurde der Pirat an diesem Tag vom Seenplattenbeauftragten Winfrid Hedergott auf den Namen „NOSEPI“, was soviel bedeutete wie „Northeimer Seenplattenpirat“. Nach der Regatta stieg die Zahl der neuen Mitglieder sprunghaft an. Doch nach der ersten Regatta trat in Northeim erst einmal eine Segelpause ein. Der „Nosepi“ wurde zur Innersten gebracht und dort an einen Steg des Wassersportvereins Innerste (WSVI) gelegt.

Anfang des Jahres 1975 versammelte Klaus Romminger 25 segelbegeisterte  Frauen und Männer des NSC um sich und begann mit der theoretischen Segelausbildung in einem Klassenraum in der Northeimer Realschule. Am 23. April erfolgte die Theorieprüfung, die alle Teilnehmer bestanden. Dann folgte die praktische Segelausbildung auf der Innersten. Für die Schulung hatte Klaus Romminger neben „Nosepi“ noch eine Clubjolle des WSVI zur Verfügung. Und am 5. Oktober 1975 bestanden 24 NSC-Mitglieder ihre A-Schein-Prüfung.

Ein Höhepunkt im Vereinsleben des NSC war am 6. und 7. September 1975 die erste NSC-Vereinsmeisterschaft auf der Innersten. Die Northeimer Segelsportler kämpften allerdings nicht allein um Sieg und Platz, sie hatten sich auch Gäste eingeladen. Und so gingen insgesamt 22 Boote an den Start: Piraten, Zugvögel, OK-Jollen, eine Strale, ein Gleiter-Peter, eine 16-Quadratmeter-Jolle, 420er, 470er, ein Klepper-Partner, Neptun 20 und 22, eine Flying Cruiser und eine Jeton.

Erster NSC-Clubmeister wurde Günter Ludewig mit seinem Sohn. Der andere Ludewig-Sohn gewann mit einem Gast die Regatta. Zweite um die NSC-Meisterschaft wurden Heinz und Marianne Rusteberg, Platz drei errangen Rudolf und Brigitte Heese. Die Rote Laterne bei dieser Regatta fiel an das Team Siegried Opolka und Uli Könecke. Gefeiert wurde anschließend im Clubhaus des WSVI.

Im Jahr 1975 startete der NSC dann seinen ersten BR-Schein-Kurs. 25 Mitglieder begannen die Ausbildung, 16 bestanden schließlich eine denkwürdige Prüfung, die im Frühjahr 1976 im Saal des Hotels Sonne stattfand: Am Vormittag war die schriftliche Prüfung zu absolvieren, am Nachmittag die Kartenaufgabe. Die Auswertung der beiden Teilaufgaben dauerte bis gegen 21 Uhr. Anschließend mussten alle BR-Schein-Bewerber in die mündliche Prüfung. Hinter dem letzten Prüfling wurde gegen 2.30 Uhr das Licht im Saal gelöscht. Den Ersten BR-Schein-Kurs des NSC bestanden: Gerrit Jörns, Günter Ludewig, Michael und Ortrud Christ, Gerthold und Bärbel Opitz, Adolf Grünig, Fritz Sonnenberg, Heiner Falkenhain, Rudolf und Brigitte Heese, Reinhard Fricke, Adolf Eckermann, Dr. Dieter Hartung, Heinz Rusteberg und Karl-Heinz Werder.

Doch bevor die BR-Scheine ausgehändigt wurden, galt es ja noch die praktische Segelprüfung auf dem Wasser abzulegen. Dazu charterten die Clubmitglieder in der Zeit vom 6. bis zum 13. Juni 1977 drei Yachten: Zwei Targa und eine Nimbus. Targa 1 stand unter dem Befehl von Klaus Romminger, Targa 2 wurde geführt von Dieter Löhr (Baltische Seglervereinigung), auf der Nimbus teilten sich Michael Christ und Gerthold Opitz das Kommando. Der Ausbildungstörn endete im dänischen Bagenkop. Dorthin waren die NSC-Segler auf Rommingers Standardroute gelangt: Von Burgtiefe über Möns Klingt und Stubbeköbing. Der Skipper von der Baltischen Seglervereinigung bekam während der Trainingsschläge bei einer Patenthalse den Baum an den Kopf und fiel besinnungslos in die Plicht. Sonst gab es bis Bagenkop keine nennenswerten Ereignisse. Dort trafen die Northeimer dann allerdings auf Hans-Joachim Kulenkampff, der es sich nicht nehmen ließ, die Yachten der Northeimer zu besuchen. Und mit dem „Kuli“ wurde natürlich „ganz schön was abgetrunken“. Der Haken bei der Sache war nur: Am nächsten Morgen stand die Prüfung an. Der Abschied von Kuli war rau und herzlich, aber nach einer Woche war die Prüfung nur noch ein Klacks. Bestanden hatten alle. Am nächsten Tag wurden alle drei Yachten unbeschädigt dem Vercharterer in Burgtiefe zurückgegeben.

Die erste große Ballveranstaltung des Northeimer Segelclubs fand am 29. November 1975 auf dem Saal des Hotels Sonne in Northeim statt. Der Club zählte zu diesem Zeitpunkt gerade 50 Mitglieder, zum Ballabend wurden jedoch rund 110 Damen und Herren begrüßt. Das ADAC-Sextett aus Hannover spielte zum Tanz auf und heizte den Ballgästen tüchtig ein.

Das war der Beginn einer denkwürdigen Balltradition. Am 15. Januar 1977 wurde die neu erbaute Northeimer Stadthalle mit großem Pomp feierlich eingeweiht. Und den allerbesten Ball in der neuen Halle richtete der NSC aus: Den Ball der Südniedersächsischen Wettsegelgemeinschaft. Es war eine rauschende Ballnacht. Die Halle war bis auf den berühmten letzten Platz ausverkauft. Unter den Gästen erlauchte Prominenz, angeführt von Stadtdirektor Dr. Horst Pilgrim, Kreisdirektor Ralf-Reiner Wiese und Stellvertretender Landrat Wolfgang Tölle. Für den NSC bedeutete dieser erste Ball in der neuen Stadthalle einen Riesenerfolg. Und beinahe wäre es auch der Northeimer Segelclub gewesen, der den letzten Ball in dieser Stadthalle gefeiert hätte. Fast zehn Jahre später: Für den Abend des 8. November 1986 hatte der NSC wieder zu einem Ball in die Stadthalle eingeladen. Doch es kam nicht mehr dazu: Wenige Stunden zuvor brannte die Stadthalle bei einem Großfeuer bis auf die Grundmauern nieder.

Doch zurück zum Jahr 1976: Eine zweite Vereinsjolle der Klasse „Pirat“ wird angeschafft, die regelmäßigen monatlichen Klönabende werden eingerichtet mit dem Ziel einer besseren Kommunikation unter den Mitgliedern. Die Mitgliederzahl steigt auf 77 an. In diesem Jahr wird dem NSC der so genannte Vogelsee hinter der Autobahn rechts der Hollenstedter Straße als Segelrevier zur Verfügung gestellt. Die Genehmigung zum Segeln auf dem Kiessee erhält der Club am 7. Mai 1976.

In einem Rundbrief erfahren die Mitglieder, dass jeder von ihnen in diesem Jahr zwölf Arbeitsstunden zu leisten hat. Eine Steganlage soll gebaut werden. Der Bau entsteht unter der Leitung von Roland Schultz auf dem Betriebsgeländer der Firma Schönhütte. Am 25. Mai 1976 erfolgt das erste Ansegeln auf dem neuen Revier. An diesem Tage wird auch die Steganlage mit acht Liegeplätzen eingeweiht. Alle Plätze waren sofort belegt. Einen kleinen Haken hatte das neue Revier allerdings noch: Gesegelt werden durfte dort ausdrücklich nur zu Ausbildungszwecken. So lautete eine mündliche Vereinbarung, die zwischen Gerrit Jörns und Bernhard Oppermann, dem Inhaber des Kiesbauunternehmens geschlossen wurde. Eine Pachtgebühr wurde dafür nicht berechnet.

Im Jahr 1976 begann die Segelausbildung für Kinder und Jugendliche in der Optimist-Klasse. Gerrit Jörns und Günter Ludewig stellten aus Privatbesitz drei Optis für die Ausbildung zur Verfügung. Doch einer der drei Jüngstenboote wurde sehr bald im Kiessee versenkt. Er liegt heute noch auf dem Seegrund in etwa 25 Meter Tiefe.

Die erste Regatta um den Drei-Seen-Pokal der Südniedersächsischen Wettsegelgemeinschaft auf dem Northeimer Kiessee wurde am 17 Juni 1976 ausgetragen. Anschließend fand die mittlerweile zu legendärem Ruf erwachsene erste Piratenfete in einem Schuppen hinter dem Hotel Leineturm in Höckelheim statt. Im Sommer bestanden erneut 25 A-Schein-Bewerber ihre Segelprüfungen.

Das erste Absegeln, verbunden mit der Vereinsmeisterschaft auf dem Kiessee ging am 24. Oktober über die Bühne. Zwölf Boote mühten sich in einer wahren Flautenregatta um die Tonnen. Vereinsmeister 1976 wurden Ingo und Kay Ludewig im 420er. Platz 2 belegten Adolf Grüning und Fritz Sonnenberg im Pirat. Bester Gast wurde bei dieser Regatta Dirk Tuchtfeld.

 

Im Jahr 1978 trat das 100. Mitglied in den Northeimer Segelclub ein. Den ersten Funksprechlehrgang unter der Leitung von Klaus Bickmeier fand im Jahr 1979 statt. Sechs Teilnehmer legten erfolgreich die Prüfung ab. Es war ein Sprechfunklehrgang für Ganzwelle. Zur Prüfung mussten die Teilnehmer nach Hamburg reisen. Und als die sechs NSC-Mitglieder ihre Prüfungsbescheinigung in den Händen hielten, waren sie damit berechtigt, als Funker auf Handelsschiffen zu fahren.

Erstes Ehrenmitglied des Northeimer Segelclubs wurde Prof. Winfrid Hedergott. Die Wahl erfolgte in der Jahreshauptversammlung am 9. Februar 1981 im Hotel Leineturm. Einstimmig. Der NSC ehrte damit einen Mann, der dem Club über Jahre hinweg den Weg geebnet hatte. Zweites Ehrenmitglied wurde Gerrit Jörns im Jahr 1984. Klaus Romminger, der in so vielen Jugendlichen, Frauen und Männern des Northeimer Segelclubs die Begeisterung am Segelsport geweckt hatte, wurde ebenfalls zum Ehrenmitglied ernannt. Klaus Romminger starb im Jahr 1997. Die vierte Ehrenmitgliedschaft wurde Günter Ludewig verliehen, der die gesunden finanziellen Grundlagen des NSC geschaffen hat, ohne die der Heimathafen des NSC am Großen Freizeitsee der Stadt Northeim mit seiner komplexen Infrastruktur mit Clubhaus, Bootshalle, Steganlagen und Kran, wie er sich heute präsentiert, niemals hätte Wirklichkeit werden können.

2. Kapitel

Im Februar 1984 gab es einen Wechsel an der Spitze des Northeimer Segelclubs: Gerrit Jörns übergab nach elfjähriger Tätigkeit als NSC-Vorsitzender das Ruder an Angelika Blaseg, die den Club vier Jahre lang leitete und ihm eine feste Heimat am Großen Freizeitsee der Stadt Northeim gab.

„Es war ein schweres und ein leichtes Erbe gleichermaßen“, erinnert sich Angelika Blaseg später. Leicht deshalb, weil der Northeimer Segelclub beim Wechsel im Vorstandsamt perfekt organisiert war. Gerrit Jörns, betonte seine Nachfolgerin im Amt, habe die Maßstäbe gesetzt mit seinen Aktivitäten. Ein schweres Erbe trat an, weil es unverzüglich galt, dem NSC einen neuen Heimathafen zu verschaffen. Der alte Standort am Vogelsee war nicht länger zu halten. Hier sollte ein Wasservogelreservat eingerichtet werden, die Segler mussten umziehen an den gegenüberliegenden See, der damals überhaupt noch keine Ähnlichkeit mit dem heutigen Freizeitsee hatte.

 

Winfrid Hedergott, der Seenplattenbeauftragte der Stadt Northeim war es, der der neuen Vorsitzenden den Weg zum Nordhafen wies. Angelika Blaseg schildert die Situation: „Wir sind in Gummistiefeln durch den Matsch einer Kraterlandschaft gelaufen, die mehr einer Mondlandschaft als einer Kulturlandschaft glich. Mir erschien es damals im ersten Augenblick unmöglich, dass man dort etwas machen kann. Aber man konnte. Da habe ich gemerkt: Winfrid Hedergott ist ein Mann, der Visionen hat“.

Der Umzug gelang. Der erste NSC-Steg wurde am neuen Vereinsstandort wieder zu Wasser gebracht. Gleichzeitig wurde ein neuer und größerer Steg dazugebaut. Die Zahl der Mitglieder war kontinuierlich gestiegen, und damit auch der Wunsch nach einem Wasserliegeplatz für immer mehr Boote. Zu den Jollen gesellten sich mehr und mehr kleine Yachten.

Mit dem neuen Standort, den die Stadt Northeim dem NSC zugewiesen hatte, wuchs der Wunsch der Segler nach einem eigenen Vereinshaus auf dem noch ziemlich unwirtlichen Grundstück zwischen See und Autobahn. Eine alte Baubaracke war günstig zu haben. Sie sollte das NSC-Clubhaus werden. Doch ehe darin ein seglerisch-zünftiges Clubleben beginnen konnte, war noch viel Arbeit zu verrichten. Die Wände der Baracke wurden verstärkt, ein neuer Fußboden eingebaut, die Dachkonstruktion erneuert und verbessert.

Und als dann auch noch zwei Toilettencontainer mit Wasserspülung auf besonderes Drängen der Seglerfrauen angeschafft wurden, gab es bereits eine bemerkenswerte Infrastruktur am Baggerloch, das einmal der Große Freizeitsee werden sollte. „In dieser Zeit waren wir mehr ein Bauverein als ein Segelclub“, resümiert Angelika Blaseg. Dieser Zustand sollte sich noch über viele Jahre hinweg fortsetzen.

Doch neben den Baumaßnahmen lief der seglerische Ausbildungsbetrieb kontinuierlich weiter. Das theoretische Büffeln fand in der Realschule und im Hotel Leineturm bei Martin Harms statt. Und auch zur praktischen Segelausbildung auf dem Wasser fuhr man von Northeim schon lange nicht mehr zur Innersten. Doch ein Segeln, wie wir es heute kennen, gab es damals auf dem Großen Freizeitsee noch nicht. Die Insel war noch keine Insel: kilometerlange Förderbänder transportierten den abgebaggerten Kies über Wasser und Insel zu Oppermanns Kiesfabrik.

 

Erst als die Förderbandstrecken zu lang waren und ersetzt wurden durch frei im Wasser fahrende Schuten, wurde die Insel zur Insel, die Dämme im Wasser verschwanden ebenso wie die Förderbänder, und zum ersten Mal konnten die Segler die Insel mit ihren Booten umrunden. Ein neues Segelzeitalter in Northeim war angebrochen.

Für Angelika Blaseg war Jugendarbeit nicht nur ein Modewort. Für sie war Jugendarbeit mehr als nur die ständig wiederholte Forderung danach. Unter Federführung ihres Stellvertreters, Hans-Georg Börke, schaffte es der NSC in einer bislang einmaligen Aktion sechs neue Jüngstenboote vom Typ Optimist für die Nachwuchschulung an. Sponsoren halfen mit Finanzspritzen, damit das Loch, das diese Investition in die Jugend und in die Zukunft in die Vereinskasse riss, nicht allzu groß wurde. Zu den Sponsoren gehörten unter andrem die Kreis-Sparkasse, das BMW-Autohaus Leinetal sowie die Wirte des 1910er Saalbaus und der Siedlerklause. Deren Firmenembleme prangten fortan auf den weißen Opti-Segeln, wenn der NSC-Nachwuchs auf dem Wasser übte.

Die stolze Opti-Flotte verfehlte ihre Wirkung nicht: Immer mehr Jungen und Mädchen entdeckten ihr Herz für den Segelsport. Mit Gisela Fisseler gewann Angelika Blaseg eine Jugenwartin, die sich ebenfalls für den Aufschwung der NSC-Jugendarbeit verdient gemacht hat. Bis zu 40 Kinder war die Jugendgruppe zeitweise stark. Und am Ende der ersten Segelsaison mit den neuen Optimisten hielten die Kinder ihre ersten Segelführerscheine stolz in den Händen. Der Northeimer Segelclub verdiente sich mit dieser Jugendarbeit die Hochachtung der anderen Vereine in der Wettsegelgemeinschaft Südniedersachsen, die längst nicht eine so erfolgreiche Jugend- und Nachwuchsarbeit vorweisen konnten.

Die Freude am Segelsport erlebte die Vorsitzende immer nur bei anderen. Sie selbst musste sich im Hintergrund den Aufgaben widmen, die erledigt werden mussten, damit das Segelvergnügen auf dem See Bestand hatte. Die Stadt Northeim arbeitete an einer Seebenutzungsordnung, die den Seglern und dem Wassersport allgemein enge Grenzen setzten sollte. In zähen Verhandlungen mit der Verwaltungsspitze im Northeimer Rathaus- Stadtdirektor Werner Hesse und dessen Stellvertreter Dieter Riedmiller – gelang es Angelika Blaseg, dass die Seebenutzungsordnung so gehalten wurde, dass sie den Seglern die Luft zum Atmen ließ. Und schon damals bestand die Stadt Northeim darauf, dass die Segelsportler für die Benutzung ihrer Sportstätte „See“ Gebühren in die Stadtkasse zu entrichten hätten. Auch über die Höhe dieser Gebühren verhandelte Angelika Blaseg erfolgreich im Sinne der Sportsegler, die allerdings finanziell nicht gänzlich ungeschoren davon kamen.

In diesem ersten Jahr als Vorsitzende konnte Angelika Blaseg bereits einen ersten Rekord vermelden: 31 Segelbegeisterte bestanden im Herbst 1984 ihre A-Schein-Prüfung. Noch nie zuvor in der gut zehnjährigen Geschichte des NSC drängte der Nachwuchs so stark auf das Ausbildungsangebot des Vereins. Die A-Schein-Bewerber kamen nicht nur aus der Stadt Northeim, sondern auch aus Göttingen, Hardegsen, Echte und Osterode.

Im Sommer darauf, im Jahr 1985, feierten die Wassersport treibenden Vereine am Großen Freizeitsee mit tatkräftiger Unterstützung des NSC das erste Northeimer Seefest. In den Folgejahren wetteiferte eine Reihe von Männern um die Ehre, als erster die Idee zu dieser späteren Traditionsveranstaltung gehabt zu haben. Fakt ist: Unser Heiner Falkenhain gehört zweifelsfrei zu den Vätern des Seefestes, das in den Folgejahren immer wieder Tausende von begeisterten Schaulustigen an den Northeimer Freizeitsee lockte und dem NSC Jahr für Jahr neue Mitglieder zuführte.

Wieder ein Jahr später, im August 1986. lud der NSC zur offiziellen Einweihung in das schmuck ausgebaute Clubhaus ein: Zu den Ehrengästen zählten Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Vordemfelde, Stadtdirektor Werner Hesse und der Vorsitzende des Kreissportbundes, Heinrich Wegener.

1987 schlug am Großen Freizeitsee die Geburtsstunde einer segelsportlichen Marathonveranstaltung: Die 24-Stunden-Regatta. Mit nur einer kurzen Wettkampfunterbrechung nach Mitternacht kreuzten die Yachten einen Tag und eine Nacht über den See und rund um die Insel. Eine echte Herausforderung, die den tieferen Sinn der immer wieder geäußerten Spruchweisheit unseres unvergessenen Segellehrers Klaus Romminger deutlich machte: „Segeln ist kein sommerliches Sonntagnachmittagvergnügen, Segeln ist ein harter Sport“.

 

3. Kapitel

Im Jahr 1988 – der NSC bestand seit 15 Jahren – geriet der Club erneut in ein schwieriges Kabbelwasser mit immer wieder turbulenten Situationen. Das hatte jedoch nichts damit zu tun, dass mit Hans J. Fisseler ein neuer Vorsitzender als Nachfolger für Angelika Blaseg gewählt wurde, sondern vielmehr mit Begehrlichkeiten anderer Vereine und Verbände, die ebenfalls in das Nordhafengebiet des Großen Freizeitsees und damit auf das Grundstück des NSC drängten. Und mit überaus komplizierten Pacht- und Eigentumsverhältnissen am See, wo niemand so genau wusste, was der Stadt Northeim zustand, was der Klosterkammer gehörte und was die Straßenbauverwaltung beanspruchte. Das sollte sich erst später herausstellen und eine Planungskrise auslösen, die nur dadurch behoben werden konnte, dass der Rat der Stadt Northeim eine Änderung des Bebauungsplanes 90 „Großer See“ und eine Anpassung der überbaubaren Flächen im Nordhafen beschloss.

In der Jahreshauptversammlung des NSC im Jahr 1988 hielt Prof. Winfrid Hedergott ein flammendes Plädoyer für die Segelsportler, deren Urbarmachung der Mondlandschaft am See bereits erste Früchte getragen hatte: „Der Nordhafen ist nur für einen Club ausgelegt und bietet auch nur für einen Club Entwicklungsmöglichkeiten. Das Gebäude lässt sich nicht, nur weil andere jetzt auf den Geschmack gekommen sind, beliebig aufteilen“. Prof. Hedergott appellierte als Seenplattenbeauftragter an die NSC-Führung, umgehend eine komplette Gestaltungsplanung für den Nordhafen vorzulegen.

Das geschah prompt: Die Zukunftsplanungen sahen eine dritte Steganlage vor, die Erweiterung des Clubhauses, den Bau einer Bootshalle, die Einrichtung einer Jollenwiese, die Ausweisung eines Trailerplatzes, einen gesicherten Landliegeplatz für die vereinseigenen Optimist-Boote, die Ausweisung eines Parkplatzes und nicht zuletzt den Bau einer Krananlage, mit der die Yachten der NSC-Mitglieder jederzeit zu Wasser oder zu Trailer gelassen werden konnten, ohne dass Autokräne für teures Geld bestellt werden mussten.

Mit diesen Plänen zog der Vorstand ins Rathaus. Wir wurden aufmerksam angehört, und dann wurde uns deutlich gemacht, dass die Ufergrundstückflächen, die dem NSC ursprünglich zugewiesen worden waren, nun nicht mehr zur Disposition stehen. Dort, wo der NSC seine Jollenwiese anlegen wollte und das Gelände bereits auf eigene Kosten planiert und hergerichtet hatte, sollte nun plötzlich das Restaurant Seeterrassen gebaut werden. Außerdem wurde bereits ein städtisches Bootshaus im Nordhafen geplant. Und schließlich erfuhren wir, dass die Stadt Northeim mit dem NSC keine Verträge mehr schließen wollte. Wir wurden an den Grundstückseigentümer, die Klosterkammer, verwiesen, mit der die Pachtverhältnisse zu klären und vertraglich abzusichern seien.

Es begann ein monatelanges Tauziehen um die vom NSC zu pachtende Grundstücksfläche, das glücklicherweise mit dem Abschluss eines Erbpachtvertrages für die nächsten 80 Jahre endete. Damit war der NSC ausschließlicher Nutzungsberechtigter eines zwar deutlich kleineren aber immer noch eines er schönsten Grundstücke im Bereich der Stadt Northeim. Die nahe Autobahn war ein zu vernachlässigendes landschaftliches Defizit angesichts einer See- und Segelfläche, die sich im Zuge der Kiesgewinnung immer weiter ausdehnen sollte.

Noch im selben Jahr wurde die dritte Steganlage gekauft und installiert. Mit kräftigen finanziellen Zuschüssen der Stadt Northeim, des Landkreises Northeim sowie des Landessportbundes. Damit standen dem NSC jetzt mehr als 70 Stegplätze für Vereinsmitglieder zur Verfügung. Mit ebenso viel Men-Power ebenfalls noch 1988 wurde die Jollenwiese hergerichtet und eingesäht.

Doch die Mitglieder des NSC arbeiteten in dieser Zeit nicht nur mit Schippe, Hacke und Karre, mit Zollstock, Wasserwaage und Zeichenstift, es blieb auch noch etwas Zeit für die schönste Nebensache der Welt: Das Segeln. Im Jahr 1989 eröffnete der NSC die neue Saison mit einem sportlichen Paukenschlag: Erstmals wurde eine offene Stadtmeisterschaft ausgerichtet und erfolgreich ausgetragen. Am Start waren Regattasegler aus ganz Südniedersachsen und O-Jollen-Segler vom Steinhuder Meer. Stadtdirektor Werner Hesse übernahm die Schirmherrschaft dieser Veranstaltung und stiftete einen stattlichen Wanderpokal für den Sieger.

 

Im selben Jahr bildete der Vorstand für den Bau der Bootshalle einen Planungsausschuss. Die ursprüngliche Absicht, das NSC-Bootshaus unmittelbar an den Gebäudekomplex der Seeterrassen anzugliedern, musste aus Platzgründen schon bald wieder fallengelassen werden. Dem großen Engagement und dem persönlichen Einsatz von Stadtdirektor Werner Hesse ist es zu verdanken, dass die überbaubaren Flächen auf dem NSC-Grundstück so verändert wurden, dass die Bootshalle auf ihrem jetzigen Platz erstellt werden konnte. Nicht erwähnt bleiben soll, dass Stadtdirektor Hesse unseren Club zuvor unnachsichtig gezwungen hatte, die schon weit vorangeschrittene Clubhauserweiterung rückgängig zu machen. Wegen fehlender Baugenehmigung! Das tat sehr weh, doch der Anbau konnte einige Jahre später planmäßig nachgeholt werden. Diesmal mit Baugenehmigung.

Die unter Angelika Blaseg so erfolgreich gestartete Kinder- und Jugendarbeit wurde fortgesetzt und sogar noch ausgebaut: Im Sommer 1989, so ist es in der NSC-Clubzeitung nachzulesen, betreute Jugendwartin Gisela Fisseler 60 Kinder, die mehr oder weniger regelmäßig die wöchentlichen Trainingsnachmittage am See besuchten. In der Jahreshauptversammlung im Februar 1989 wurden erstmals der 16-jährigen Geschichte des NSC Mitglieder mit der neu geschaffenen Vereinsehrennadel für 15-jährige Mitgliedschaft geehrt und ausgezeichnet. Es waren die Gründungsmitglieder Gerrit Jörns, Brigitte und Rudolf Heese, Marlies und Günter Ludewig sowie Karl-Heinz Werder. Die Väter der Ehrennadeln blickten weit voraus. Eine Ehrenordnung wurde verbindlich festgelegt, die vorsieht, dass für 25-jährige Mitgliedschaft eine NSC-Nadel mit Ehrenkreuz und der eingerahmten Zahl „25“ und für 40-jährige Mitgliedschaft eine NSC-Nadel mit Ehrenkranz und der eingerahmten Zahl „40“ verliehen wird.

Im Winterhalbjahr 1989/90 fand erstmals ein C-Schein-Lehrgang beim NSC statt, den

7. April 1990 eine Segelkameradin und vier Segelkameraden mit dem amtlichen Zeugnis des geprüften Sporthochseeschiffers abschlossen. Diese jetzt höchstqualifizierten NSC-Sportsegler waren: Gisela Fisseler, Michael Wieckenberg, Heinrich Wressig, Heiner Falkenhain und Dr. Christian Schlegel. Als Ausbilder hatte Holger Puhan fungiert.

Im selben Jahr nahm die Verwirklichung der Krananlage und des Bootshauses konkrete Formen an. Kalkuliert wurde der Kran von den Fachleuten unseres Vereins mit einer Investitionssumme von 33.000 DM. Das Bootshaus mit rund 128.000 DM. Finanziert werden sollte das ganze mit Zuschüssen der Stadt und des Landkreises Northeim sowie des Landessportbundes. Die tatkräftige Mitarbeit der Clubmitglieder war bei der Verwirklichung der Baumaßnahmen fest eingeplant, so dass ausdrücklich auf Kredite verzichtet werden konnte. Dieser finanzielle Balance- und Kraftakt gelang.

 

Am Tag der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde beim NSC eine sportlich-seglerische Tradition auf Initiative des Vorsitzenden begründet: Zum ersten Mal segelten die NSC-Mitglieder um das Deutschlandschild, eine Trophäe aus Eichenholz, hergestellt von Adolf Grünig. In den Folgejahren wurde dieser Wettkampf alljährlich am

3. Oktober wiederholt. Wer die Trophäe gewinnen will, der muss nicht nur seine guten seglerischen Qualifikationen unter Beweis stellen, er muss sich auch in der jüngeren deutschen Geschichte auskennen. Die richtigen Antworten auf einen kleinen Fragenkatalog und das Ergebnis der Regatta, die an diesen Tage ausgesegelt wird, werden zusammen gewertet auf der Suche nach dem Sieger, dessen Name mit der jeweiligen Jahreszahl anschließend auf dem Deutschlandschild verewigt wird.

Im Frühjahr 1991 wurde der Kran auf einem in den Wintermonaten gegossenen Fundament installiert. Der Kran kann Lasten bis zu 3.200 Kilogramm aus dem Wasser heben. Im Sommer desselben Jahres ist endlich Baustart für die Bootshalle, deren Realisierung die Belastungsfähigkeit der Vereinsmitglieder an eine gefährliche Grenze brachte. Eine gefährliche Situation überstand unser Club in der Nacht zum 8. August des Jahres 1991: gegen 23 Uhr kündigte sich mit lang anhaltendem Wetterleuchten ein schweres Sommergewitter aus West an. Eine Sturmwalze fegt durch das Leinetal, reißt Ziegel aus den Dächern, knickt Bäume. Dieser Sturmwalze war unser mittlerer Steg, der zu dieser Zeit mit Jollen voll belegt war, nicht gewachsen. Ein seeseitiger Anker bricht unter der Sturmbelastung. Die Stahlbolzen am Widerlager am Ufer können dem Druck nur kurze Zeit standhalten. Dann ist der Steg abgerissen und treibt mit 27 Booten zwischen den anderen Stegen im Nordhafen.

Wir hatten Glück im Unglück. Unser Clubmitglied Herbert Cuber, der die warme Nacht zum Aalangeln nutzen wollte, bemerkte die nächtliche Havarie als erster und stürzte sich mit einer Leine bewaffnet trotz Blitz und Donner in die aufgewühlten Fluten und sicherte den Steg. Der Schaden an den Booten hielt sich in sehr engen Grenzen, doch der Steg musste vollständig erneuert werden.

Das gesamte Jahr 1992 über wird an der Bootshalle gebaut. Toiletten und Duschen werden eingebaut. In diesem Jahr wird eine Arbeitsleistung der Vereinsmitglieder für das Projekt Bootshalle von 1600 Arbeitsstunden bilanziert. Eine unglaubliche Leistung.

4. Kapitel

Im Jahr 1993 erlebte der Northeimer Segelclub im 20. Jahr seines Bestehens wieder einmal eine personelle Neuorientierung im Vorstand: In der Jahreshauptversammlung im Februar galt es gleich drei wichtige Posten neu zu besetzen, nachdem Vorsitzender Hans J. Fisseler, Schatzmeister Holger Puhan und Jugenwartin Gisela Fisseler auf eine Wiederwahl verzichteten. Neuer Vorsitzender wurde Hans-Georg Poschwatta, Schatzmeister Ernst Ullmer und Jugendwart Kai Battenfeld.

Im selben Jahr wurde mit der Erneuerung des Steges 3 begonnen. Diesmal allerdings unter finanziell deutlich schlechteren Vorzeichen. Die Finanzkrise der öffentlichen Hand brachte es mit sich, dass keine Zuschüsse mehr flossen und die Investition allein aus der Kasse des NSC erfolgen musste. Deshalb erfolgte die Stegerneuerung in mehreren Bauabschnitten und wurde 1995 abgeschlossen.

Am 17. September 1994 wurde die Bootshalle offiziell eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Ein Jahr später erhielt der NSC nach jahrelangen Anstrengungen endlich die Genehmigung für die Ausbildung zur Sicherung der Segelschüler eine Motorboot mit Verbrennungsmotor auf dem großen Freizeitsee führen zu dürfen. Boot und Motor wurden umgehend angeschafft.

1996 wurde der Clubraum im Clubhaus erweitert: Eine Wand wurde entfernt und aus dem ehemaligen Regattabüro entstand eine gemütliche Sitzecke. Vier zusätzliche Thekenplätze konnten außerdem eingerichtet werden. Sehr zur Freude aller Clubmitglieder, die die abendliche Vorstandssprechstunde im Clubhaus zu schätzen wissen. Im selben Jahr noch wurde das Clubgelände nach außen abgesichert: Zwei massive Rolltore wurden zur Jollenwiese und zum Parkplatz installiert.

Am 1. Mai 1997 gab es ein besonderes Jubiläum: Heinz Hain stand zehn Jahre als Clubhauswart im Dienst des NSC. In dieser Zeit war er Mädchen für alles: Er sorgte für die ordnungsgemäße und reibungslose Bewirtschaftung des Clubhauses, die Reinhaltung sämtlicher Räume und Außenanlagen, war unermüdlicher Helfer, wenn es darum ging, Segelschülern seemännische Knoten beizubringen, erwies sich als Spezialist beim Kranen der Boote und wurde ein begeisterter Segler, der es sich nicht nehmen ließ, selbst die Prüfung für den A-Schein abzulegen. 1997 wurde ein neues Boot für die Regattaleitung unter der Führung von Sportwart Norbert Kaudel angeschafft. Vom 15. bis zum 19. August 1997 gab es erstmals einen überregionalen Anfängerlehrgang in der Opti- und der Teeny-Klasse beim Northeimer Segelclub. Im selben Jahr setzten die Vorbereitungen ein für die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Northeimer Segelclub.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei unserem Segelkameraden Hans-Jürgen Fisseler für die Erstellung dieser Chronik bedanken.

Nach langen Gesprächen mit unseren Gründungsmitgliedern hat er dieses lesenswerte Werk geschaffen.

Der Vorstand

 

 

Fortsetzung der Chronik des Northeimer Segelclubs

5. Kapitel

Am 24. Januar 1998 feiert der Northeimer Segelclub sein 25-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsempfang. Dabei werden folgende Gründungsmitglieder mit der neu geschaffenen goldenen Ehrennadel des NSC ausgezeichnet: Gerrit Jörns, Günter Ludewig, Brigitte und Rudolf Heese sowie Heinz Werner.

In der Jahreshauptversammlung 1998 betonte Klaus Bickmeier, dass ein Handy keinen Seefunk ersetzen kann, weil mit dem Handy das Abhören von Seenotfällen nicht gewährleistet ist.

In der Jahreshauptversammlung 1999 wird Hanno Podbielski neuer Schatzmeister als Nachfolger von Reinhard Fricke. Heiner Falkenhain verweist darauf, das Seefest habe seit 14 Jahren Bestand. Gewerbliche Anbieter sollen auch in Zuklunft keinen Zugang zum Fest bekommen. Sein eindringlicher Appell: Wir müssen darauf achten, dass dieses schöne Fest keine Fress- und Sauforgie wird. Im selben Jahr übernimmt Gunnar Nessenius die theoretische und praktische Ausbildung des Segelnachwuchses zum Sportbootführerschein Binnen. Er hat an der Seefahrtschule in Glücksburg an einer Ausbildung zum Segellehrer teilgenommen. Treuer und sachkundiger Helfer war Friedrich Cramer.

Fritz Romey wird in der Jahreshauptversammlung des Jahres 2000 zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er tritt die Nachfolge von Hans-Georg Poschwatta an, der den Club seit 1993 sieben Jahre lang führte. Susanne Heidelberg wird neue Schriftführerin, Harald Völker neuer Sportwart. Im selben Jahr entwickelt Hans-Jürgen Fisseler das Konzept einer neuen Clubzeitung, die den alten Mitgliederbrief ersetzt. Der NSC erscheint mit eigener Homepage im Internet, eine neue Windmessanlage wird angeschafft.

Fritz Sonnenberg gibt in der Jahreshauptversammlung des Jahres 2001 sein Vorstandsamt als technischer Leiter ab. Nachfolger wird Werner Riechel. In der Jahreshauptversammlung 2002 wird ein Antrag von Hans-Jürgen Scholz abgelehnt, der vorsah, zum 30-jährigen Clubbestehen einen Festball zu veranstalten. Der Grund für die Ablehnung: Am Ball hätten mindestens 80 Paare teilnehmen müssen, um finanziell über die Runden zu kommen, aber nur 67 Mitglieder bekundeten ihr Interesse, an einem solchen Ball teilzunehmen.

 

Die Mitgliederzahlen schwanken: Gehörten dem Club Ende 2000 298 Männer, Frauen und Kinder an, sank die Zahl Ende 2001 auf 288, um Anfang 2002 auf 308 Mitglieder anzusteigen. Diese 308 setzen sich zusammen aus 84 Frauen, 224 Männern und 39 Jugendlichen (32 Jungen und sieben Mädchen).

 

Der Steg 2 ist erneuert worden.

 

In der Jahreshauptversammlung des Jahres 2003 wird des verstorbenen NSC-Mitgliedes Prof. Winfrid Hedergott gedacht, der als Vater der Northeimer Seenplatte in die Geschichte Northeims eingeht. Neuer technischer Leiter wird Günter Sündermann. Vorsitzender Fritz Romey kündigt für unbestimmte Zeit den Bau eines vierten Steges und eines neuen Clubhauses an. Der Haushaltsplanentwurf muss überarbeitet werden, weil die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung alle Pläne des Vorstandes, die Boots-Liegegebühren zu erhöhen, mit Stimmenmehrheit abgeschmettert haben. Der Weltumsegler Wilfried Erdmann kommt am 27. März 2003 zu einer Tonbildschau nach Northeim. Am 9. August 2003 wird Clubhauswart Heinz Hain, die Mutter der Kompanie beim NSC, mit einer Sommerparty bei 38 Grad im Schatten ehrenvoll verabschiedet. Am 1. Juli 2003 trat Claus Wirsen das Amt des Clubhauswartes an.

 

Nach siebenjähriger Tätigkeit als Jugendwart gibt Norbert Schumm das Amt nach dem plötzlichen Tod seiner Frau auf, das er 1996 von Petra Schwill übernommen hatte. Mit seinem Engagement brachte er die Jugendarbeit des Club wieder nach vorn. Unter seiner Leitung ging die NSC-Jugend fünf Jahre lang in jedem Sommer auf eine Segelfreizeit, die an die Müritz, an das Ijsselmeer, an die Schlei und an die Ostsee führten. Treuer Helfer und Begleiter war dabei Friedrich Cramer. Norbert Schumm schafft das erste Zwei-Mann-Jüngstenboot Teeny im NSC an und begleitete den Nachwuchs über den Jüngstenschein hinaus bis zum Sportbootführerschen Binnen (A-Schein).

 

Seit 2003 ist Jürgen Wendenburg Jugendwart. Unter seiner Leitung entstand die Jugendgruppe der Seeteufel. Er baute die Jugendarbeit kontinuierlich weiter aus. Unterstützt wird er vom 2. Jugendwart Andreas Otte und der Assistentencrew Mario Ziegler, Dominik Warzok und Sebastian Hermann.

 

Die sportliche Leistung von Sebastian Schwill wird in der Jahreshauptversammlung 2004 besonders gewürdigt. Er wurde auf der Flensburger Förde internationaler deutscher Meister in der Klasse Europe Männer. Für Trainer, Fahrtkosten und Startgelder erhielt er aus der Vereinskasse einen Zuschuss in Höhe von 500 Euro. Außerdem wurde er von der Ableistung von Arbeitsstunden freigestellt.

 

Das Seefest erbrachte einen Nettogewinn in Höhe von 2177 Euro. Die Organisation und die Finanzierung des Seefestes wird immer schwieriger. Einige Mitglieder fordern, das Fest einzustellen. 2004 soll es kein Seefest geben. Sollten die anderen Wassersport treibenden Vereine dennoch wieder ein Seefest organisieren, will sich der NSC ausklinken. Rigobert Hübenthal wird neuer Vorsitzender.

 

In der Jahreshauptversammlung des Jahres 2005 werden Roland Schultz für 27-jährige Vorstandstätigkeit als Stegwart und Hafenmeister, Hans-Georg Börke für 19-jährige Amtszeit als 2. Vorsitzender geehrt. Nachfolger als 2. Vorsitzender wird Joachim Hainsch. Zum neuen Hafenmeister wird Horst Kramer gewählt. Er setzt sich in einer Kampfabstimmung gegen Heinz Leibelt durch.

 

Hansi Börke übernahm 1980 das Amt des 2. Vorsitzenden und übte diese Aufgabe unter fünf Vorsitzenden aus: Angelika Blaseg, Hans-Jürgen Fisseler, Hans-Georg Poschwatta, Fritz Romey und Rigobert Hübenthal. Der NSC war „sein“ Club. Seine Aufgabe sah er als „Ausputzer“ für alle Arbeiten: Er war Mädchen für Alles: Helfer bei Regatten, Organisator und Arbeiter bei Festen, Ansprechpartner für Mitglieder. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt sieht er das Clubleben ganz entspannt, ist aber immer noch bereit, spontan und energisch mit anzupacken, wenn irgendwo Not am Mann ist.

 

Für den 25. November 2005 beruft der Vorstand eine außerordentliche Hauptversammlung ein. Steuerberaterin Ziegler erläutert, dass das Finanzamt die Hand auf die finanziellen Rücklagen des Vereins legen wird, wenn das Geld nicht bald investiert wird. Der Vorstand schlägt vor, mit dem lange geplanten Bau des neues Clubhauses zu beginnen. Nicht nur wegen des Finanzamtes dränge die Zeit, das alte Cluhaus sei abgängig und verliere immer stärker seine Standfestigkeit. Die früheren Vorsitzenden Angelika Blaseg und Hans-Jürgen Fisseler unterstützten uneingeschränkt die Neubaupläne des Vorstandes und machten den Mitgliedern Mut, das Projekt anzupacken. Schatzmeister Hanno Podbielski nannte die finanziellen Grundlagen: An Rücklagen stehen 100.000 Euro zur Verfügung. Weitere 100.000 Euro sollten als Darlehen aufgenommen werden. Das neue Haus soll zum Ansegeln 2007 fertig sein und eingeweiht werden. In geheimer Abstimmung entscheiden sich von 114 Stimmberechtigten 97 für den Neubau, 15 votieren dagegen, zwei enthalten sich der Stimme. Bei einer zweiten Abstimmung, bei der es um Planung und Entwurf des Hauses geht, die zur nächsten Jahreshauptversammlung vorgestellt werden sollen, sowie um gedeckelte Kosten von 200.000 Euro plus Eigenleisung geht, stimmen von 114 Mitgliedern 105 zu, drei votieren mit Nein und sechs enthalten sich Stimme.

 

In der Jahreshauptversammlung 2006 gibt es erneut einen Wechsel an der Spitze des NSC. Bei drei Gegenstimmen wird Heiner Falkenhain zum neuen Vorsitzenden gewählt. Neue Schriftführerin wird Christa Scherz, Rainer Prelle übernimmt kommissarisch das Amt des Ausbildungsleiters von Heiner Falkenhain. Zwei Architekten stellen ihre Pläne für den Clubhausneubau vor. Die Versammlung entscheidet sich mit großer Mehrheit für den Plan der Northeimer Architektin Diana Humberg. Für die nächsten zwei Jahre wird die Zahl der von den Mitgliedern zu leistenden Arbeitsstunden wegen des bevorstehenden Clubhausneubaus von acht auf 15 heraufgesetzt.

 

In der Jahreshauptversammlung 2007 stellt Hans-Jürgen Fisseler den Antrag, den teilweise fertiggestellten Rundwanderweg um den Großen Freizeitsee nach dem verstorbenen NSC-Ehrenmitglied Prof. Winfrid Hedergott, dem Vater der Northeimer Seenplatte, zu benennen. Der Vorstand bespricht das Thema mit Northeims Bürgermeister Harald Kühle, die städtischen Gremien stimmen zu und der Wanderweg wird als Prof-Winfrid-Hedergott-Weg ausgeschildert. Vorsitzender Falkenhain bittet die Mitglieder um Stuhl-Spenden für das neue Clubhaus. Wer einen Stuhl zum Preis von 70 Euro stiftet, dessen Name erscheint auf einer Messingplatte auf der Rückseite der Stuhllehne.

 

Am 12. Mai 2007 wird das neue Clubhaus mit einem rauschenden Fest eingeweiht. Der Bau stellt den herausragenden Meilenstein in der 35-jährigen Geschichte des NSC dar. Mehr als 6000 Arbeitsstunden wurden von den Mitgliedern geleistet. Der Kreissportbund Northeim-Einbeck unterstützte den Bau mit einem Zuschuss von 45.000 Euro. Mathias Thul aus Berka, Segler, Schlosser und Hobbyschmied, fertigte aus Edelstahl eine Wetterfahne mit dem NSC-Emblem für das Dach des neuen Vereinsheimes an.

 

Das neue Clubhaus sorgte für einen Mitgliederboom: 368 Sportsegler gehörten am Tag der Clubhaus-Einweihung dem Verein an. Tendenz steigend. Der Vorstand schließt eine Vereinbarung mit der Stadt Northeim. Danach kann der NSC künftig Stegplätze am städtischen Steg, der früher von der Firma Kellermann bewirtschaftet wurde, an seine Mitglieder vergeben.

 

Im NSC-Clubhaus wird der Regionalverband Segeln Südniedersachsen gegründet. Vorsitzender wird Wolfgang Stenz, 2. Vorsitzender Norbert Kaudel, Sportleiter Harald Völker. Alle drei sind Mitglied im NSC, der damit seine führende Position im südniedersächsischen Segelsport unterstreicht.

 

Der Club trennt sich von Clubhauswart Claus Wirsen und engagiert als Nachfolger Klaus Hoke. Ein NSC-Hafenfest muss im Sommer 2007 abgesagt werden, weil sich zu wenig Helfer für die Organisation fanden.

 

In der Jahreshauptversammlung 2008 ziehen Vorsitzender Falkenhain und Schatzmeister Podbielski die Bilanz des Clubhaus-Neubaues. Danach kostete das Haus 240.000 Euro. Der Kostenrahmen wurde exakt eingehalten. Mitglieder stifteten sämtliche 64 Stühle, die zum Mobiliar des Hauses gehören. Kassenprüfer Gerhard Jaekel hatte keine Beanstandungen an der Schlussabrechnung und nannte die Finanzen des Clubs geordnet. Die Mitgliederzahl steigt auf 381. Vorsitzender Falkenhain kündigt den Bau einer 4. Steganlage für „spätestens 2010“ an. Webmaster Wolfgang Wedemeier, der den NSC im Jahr 2005 ins weltweite Netz gebracht hatte, wird in den Vorstand aufgenommen. Bisher haben 150.000 Interessenten die NSC-Seiten im Internet aufgeschlagen.

 

Am 9. Mai 2008 stirbt der frühere Clubhauswart Heinz Hain nach langer, geduldig ertragener Krebserkrankung.

 

Die Vorsitzenden des Northeimer Segelclubs:

 

1. Ab 1973 Gerrit Jörns

 

2. Ab 1984 Angelika Blaseg

 

3. Ab 1988 Hans-Jürgen Fisseler

 

4. Ab 1993 Hans-Georg Poschwatta

 

5. Ab 2000 Fritz Romey

 

6. Ab 2004 Rigobert Hübenthal

 

7. Seit 2006 Heiner Falkenhain

 

Die Ehrenmitglieder des Northeimer Segelclubs:

 

1. Gerrit Jörns

 

2. Prof. Winfrid Hedergott

 

3. Klaus Romminger

 

4. Günter Ludewig

 

 

6. Kapitel

 Am 12. Juli 2008 lädt der NSC zu einem Hafenfest in den Nordhafen ein. Das Hafenfest ist Nachfolger der legendären Seefeste aus den Anfängen des Großen Freizeitsees in den 80-er und 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 2008 gelingt es dem NSC zum zweiten Mal innerhalb von zehn Jahren zusammen mit anderen Wassersport treibenden Vereinen, einen Großangriff auf den Freizeitsee abzuwehren. Ein Osteroder Investor wollte auf dem Segelrevier eine Wasserskianlage installieren, die ein Drittel der Seefläche beansprucht hätte. Außerdem sollte eine Brücke die Insel mit dem Nordhafen verbinden.

  

Mehr als 400 Mitglieder

Bis zur Jahreshauptversamm­lung im Frühjahr 2009 erhöht sich die Mitgliederzahl auf 410. Vorsitzender Falkenhain berichtet, Pläne, wonach die Insel im See mit einem Lokal und Ferienhäusern bebaut werden sollten, eine Brücke zur Insel sowie eine Wasserskianlage, die ein Drittel der Seefläche beansprucht hätte, seien abgeschmettert worden, die Projekte werden nicht verwirklicht.  

Für 25-jährige Clubmitgliedschaft geehrt wurden Reinhard Blumenberg, Holger, Christa und Günter Sebo, Ute Romey, Paul-Heinz Speckmann, Marlene Tuchtfeld, Dieter Przybilla und Edgar Behne.

Am 22. März 2009 findet erstmals eine Modellyacht-Regatta der Klasse Micro Magic von den NSC-Stegen aus statt. Unter der Leitung vom Fritz Romey wird von einem bundesweiten Teilnehmerfeld der Schneeglöckchen-Cup ausgesegelt. Vom NSC nahmen Fritz Romey und Dirk Tuchtfeld mit ihren Modellyachten an der Regatta teil. Am 8. Juli 2009 geht das 2. Hafenfest des NSC unter guter Beteiligung der Northeimer Bevölkerung über die Bühne.  

Auszeichnungen

Die hervorragende Jugendarbeit des NSC unter der Leitung von Jugendwart Jürgen Wendenburg wird öffentlich anerkannt durch die Verleihung des Jugendförderpreises 2009 des Landkreises Northeim. Im Dezember 2009 wird der NSC nach 2007 erneut vom DSV für sein Engagement in der Ausbildung geehrt. Die Auszeichnung wird beim Deutschen Seglertag in Friedrichshafen überreicht.  

Nach vierjährigem Engagement an der Spitze des Clubs kandidiert Heiner Falkenhain in der Jahreshauptversammlung des Jahres 2010 nicht mehr für eine dritte Amtsperiode. Zum Nachfolger wird der bisherige Zweite Joachim Hainsch gewählt. Falkenhain, der 34 Jahre Vorstandsarbeit im NSC geleistet hat, wurde zum Ehrenmitglied und zum Ehrenvorsitzenden des Clubs ernannt. Neuer zweiter Vorsitzender wird Michael Hartmann.

Die Mitgliederzahlen steigen weiter an: Bis zur Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2010 sind es bereits 445 Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer, die im Besitz des NSC-Mitgliedsausweises sind. 25 Jahre Mitglied im Verein sind: Irmhild Börke, Hartmut Hartje, Dr. Kristian und Dr. Birgit Schlegel, Karla Schultz, Dr. Andreas Krome, Heidemarie Kaudel, Jochen Helbing, Michael Schönitz, Herbert Cuber, Reinhold Klages und Marc Bickmeier.  

BMW-Sailing-Cup

Im Mai 2010 wird erstmals auf dem Freizeitsee um den BMW-Sailing-Cup gesegelt. 18 Teams sind mit baugleichen Yachten vom Typ J80 am Start. 

Im Juni 2010 wird es voll auf dem Freizeitsee. NSC-Nachbar Dirk Bender, der Pächter der Seeterrassen, eröffnet unmittelbar neben den NSC-Stegen einen Tretbootverleih mit zehn Booten. 

Im Februar 2011 lehnt das Bundesverkehrsministerium Lärmschutz an der Autobahn am Nordhafen als unnötig ab.   

In seinem ersten Rechenschaftsbericht berichtet Vorsitzender Hainsch aus dem Jahr 2010 während der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2011 vom Bau des vierten Steges, von der Generalüberholung des Steges 1 und der Erneuerung des Jollensteges sowie von der Verlängerung der Slipanlage. Das noch zu tilgende Darlehen des Vereins für das Haus beträgt 75.000 Euro.

In einer Kampfabstimmung zwischen Michael Hartmann und Oliver Hübenthal wird Amtsinhaber Hartmann mit überzeugender Mehrheit erneut zum 2. Vorsitzenden gewählt. Nach kontroverser Debatte werden Mitgliedsbeiträge und Liegeplatzgebühren angehoben, die Aufnahmegebühr neuer Mitglieder steigt auf 550 Euro. 

25 Jahre NSC-Mitglied sind Erhard Vieweg, Dieter Eichenberger, Holger Helbing, Karl Lessmann, Michael Koch und Karl-Heinz Graumann.

Bojenkette trennt See 

Im März 2011 wird eine Bojenkette auf dem Freizeitsee ausgelegt, die den Bereich Kiesabbau vom Segelrevier trennt. Die Trennung erfolgt aus versicherungstechnischen Gründen, erklärt die Stadtverwaltung.

Am 21. und 22. Mai 2011 findet zum zweiten Mal das seglerische Großereignis BMW-Sailing-Cup statt. Bei diesem Matchrace auf dem Großen Freizeitsee siegt das Team mit Skipper Olaf Bertallot vom WSC Altwarmbüchen mit Carsten Hainsch, Mario Weidemann, Bernd Inhester (alle NSC) und Nikolai Wollnik (vereinslos). Das Deutschland-Finale des BMW-Sailing-Cups 2011 findet im Oktober im Hamburger Hafen statt. Von 14 Teams segelt das Northeimer Boot auf einen guten sechsten Platz.  

Von Wolfgang Stenz bekam der Club einen 420-er geschenkt, sodass unsere Jugendgruppe nun über acht Optis, vier Teenys, drei 420-er und einen Pirat verfügen kann. Zusätzlich stehen drei Ausbildungsboote zur Verfügung.

Vom Deutschen Seglerverband erhielt der NSC nach 2007 und 2009 auch im Jahr 2011 wieder die Auszeichnung für erfolgreiche Ausbildung im Verein.  

Die Vereinsmeister des Jahres 2011: Optimisten: Julian Wenzel (11 Jahre) vor Christopher Koch (13). Jugend: Steve Hartmann (16 Jahre) vor Marco Klaproth (15). Jollen: Steve Hartmann vor Jan-Erik Steinmann. Dickschiffe/Yachten: Rainer Dittert vor Reinhard Fahlbusch.

Am 6. Januar 2012 stirbt mit Fritz Sonnenberg ein Mann der ersten Stunde des NSC. Er hatte die Mitgliedsnummer 11 und war maßgeblich am Aufbau des Clubs beteiligt. Zwölf Jahre gehörte er dem Vorstand an, die längste Zeit als technischer Leiter. Auf Fritz Sonnenberg geht der Bau des ersten Clubhauses am Großen Freizeitsee ebenso zurück wie der Bau der Krananlage und des Bootshauses.  

Seebenutzung wird teurer

Während der Jahreshauptversammlung im März 2012 weist Vorsitzender Hainsch auf eine drohende Verdoppelung der Pachtgebühren für den Großen Freizeitsee hin. Die Klosterkammer als Eigentümerin will ab Frühjahr 2013 statt bisher ca. 19.000 Euro Jahrespacht künftig 40.000 Euro pro Jahr von der Stadt und den Seeanrainern.   

Die Mitgliederzahl ist auf 418 gesunken. Und wieder gibt es im Club einen Kommandowechsel in der Vereinsführung: Joachim Hainsch steht für eine zweite Amtszeit als Vorsitzender nicht zur Verfügung. Vor seinem Wechsel an die Spitze war er fünf Jahre zweiter Vorsitzender.

Zum Nachfolger wählte die Versammlung Rainer Prelle, der zuvor als Ausbildungsleiter für den Verein gearbeitet hatte. Dieses Amt übernimmt kommissarisch Oliver Hübenthal.  

In der Jugendarbeit änderte sich etwas: Jürgen Wendenburg, der die Ausbildung des Seglernachwuchses zehn Jahre lang als Jugendwart auf ein anerkannt hohes Niveau geführt und dort gehalten hatte, fand in einer Jugendversammlung nur knapp keine Mehrheit mehr, die dafür sein Stellvertreter Andreas Otte mit einer Stimme Vorsprung erhielt. Dementsprechend wurde Otte von der Jahreshauptversammlung zum neuen Jugendwart gewählt, Wendenburg mit Dank und Anerkennung verabschiedet, er bleibt aber Stellvertreter.

Die Aufnahmegebühr für neue Mitglieder wird aufgrund sinkender Mitgliederzahlen wieder auf 490 Euro gesenkt. 

25 Jahre Mitglied im Club sind Rainer Prelle, Brigitte Speckmann, Jürgen Wendenburg, Kai Battenfeld, Monika-Hedwig und Heinz-Hugo Battenfeld und Hanno Podbielski.

Dritter BMW-Sailing-Cup 

Am 23. und 24. Juni 2012 wird während der Northeimer Segeltage zum dritten Mal in Folge der BMW-Cup ausgesegelt. Northeim ist damit einer von 18 Austragungsorten in Deutschland. Rund 1500 Segler beteiligen sich an den verschiedenen Regatten. Auf dem Großen Freizeitsee verteidigt Olaf Bertallot seinen Titel. Diesmal mit der Crew Anskar Lürig, Tobias Gehrig, Carsten Bielefeld und Anton Brust.

Nach einem ersten Tauffest im Jahr 2009 gibt es Anfang Juli 2012 ein zweites Tauffest am See auf dem Grundstück des NSC. Vier Pastoren und eine Vikarin tauften insgesamt 26 Kinder und junge Erwachsene mit Seewasser. Organisiert und getragen wurde das Tauffest von Pastor und Clubmitglied David Geiß.  

Im Juli 2012 startet die NSC-Jugendgruppe Seeteufel ihr Integrationsprojekt „Leinen los – Northeim geht auf große Fahrt“. Unter der Leitung von Andreas Otte segelten die Seeteufel zusammen mit Kindern mit Migrationshintergrund auf dem Traditionssegelschiff „Jacob Meindert“ eine Woche von Kiel aus durch die dänische Südsee.

Beim Tag der Ehrenamtlichen des Kreissportbundes Northeim-Einbeck werden die „Stillen Stars des Sports“ geehrt. Vom NSC erhielten Heiner Falkenhain und Hanno Podbielski in der Kategorie “Stille Stars am Ruder“ für ihre jahrelange erfolgreiche Vorstandsarbeit die Auszeichnung. In der Abteilung Jugendarbeit wurden Jürgen Wendenburg und Andreas Otte geehrt. Und in der Kategorie Übungsleiter, die die Bezeichnung „Stille Stars im Hintergrund“ trug, waren Friedrich Cramer und Gunnar Nessenius dabei.   

Am 22. Oktober 2012 entgeht der NSC nur knapp einer Katastrophe: Nach einem vorzüglichen Wildschweinessen am Vortag wäre beinahe das Clubhaus ein Opfer der Flammen geworden. Am frühen Morgen entdeckte Segelkamerad Bernd Henze einen brennenden Mülleimer unmittelbar an der Clubhauswand, nahe des Holzschuppens. Die Flammen aus dem Müllcontainer leckten bereits am Gebäude. Beherzt entfernte Bernd Henze den Container mit den noch glühenden Grillkohlen vom Vortag aus der Gefahrenzone und rettete so unser Clubhaus. Eine Stunde später und der Stolz des NSC hätte vielleicht in hellen Flammen gestanden. 

Zum Ende des Jahres 2012 hin ist der NSC auch beim sozialen Netzwerk facebook präsent. Begründung vom Vorsitzenden Rainer Prelle: „Wir müssen mit der Zeit gehen“. Die Adresse: www.facebook.com/NortheimerSegelclubEv.

Nächste Termine

13.09.2017 10:00 Uhr Frühstück

20.09.2017 15:30 Uhr Opti-Cup 5 NSC

11.10.2017 10:00 Uhr Frühstück

15.10.2017 11:00 Uhr Regatta/Absegeln

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