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Vater & Sohn Segeltörn 2005

Verfasst von Martin Hoff

Nach einem sehr schönen und harmonischen Törn im letzten Jahr an der Ostküste der Pelepones beschlossen Joris, Manfred und ich auch in diesem Jahr wieder einen „Männertörn“ in Griechenland durchzuführen. Unser Vorhaben, dass nur wir Familienväter mit unseren Söhnen Maximilian, Jonas und Adrian unterwegs sein wollten, wurde auch von unseren Frauen und Töchtern akzeptiert. Konnten sie doch so einen ungestörten Urlaub in einem Reiterhotel an der Müritz planen.

Als weitere Crewmitglieder stießen dann Bernd und Klaus dazu. Von unseren Erzählungen motiviert wollten sie ebenfalls mit ihren Söhnen Lars und Stefan eine Woche unter Segeln verbringen. Und so stand unsere Crew bereits im Dezember 2004 fest: Fünf Männer im Alter zwischen 39 und 48 mit Ihren fünf Söhnen im Alter zwischen 10 und 12 Jahren.

Bei der Suche nach einem für Ende Oktober optimalen Segelrevier einigten wir uns erneut auf Griechenland. Diesmal sollte es aber aufgrund der späteren Reisezeit weiter in den warmen Osten gehen. Unsere Wahl fiel auf die Region Dodekanes mit den Hauptinseln Rhodos und Kos. Dort versprach es genug Wind zum Segeln zu geben, aber nicht zu viel für die Kinder. Außerdem lockten die im Spätherbst noch hohen Wassertemperaturen sowie viele Ankerbuchen mit Sandstränden zum Baden.

Als Schiff hatten wir uns schnell für eine Bavaria 49 ab Rhodos entschieden, da dieser Schiffstyp mit fünf Kabinen und drei Nasszellen ausreichend Platz versprach. Gechartert wurde über eine in München ansässige Agentur, weil wir im letzten Jahr mit der Direktcharter bei einem griechischen Anbieter nicht nur positive Erfahrungen gemacht hatten. Die Kojenverteilung wurde ganz pragmatisch gelöst: Jeder Vater teilt sich mit seinem Sohn eine Kabine. Das schafft für die Kinder Geborgenheit in Vater’s Nähe, und für das Schiff die Nachtruhe, die es bei Kabinen in jungen „Piratenhänden“ sonst immer nur äußerst kurzfristig geben kann...

Segelerfahrung für das Handling der 15,4 m langen Yacht war reichlich vorhanden. Außer Stefan und Lars waren alle schon mehrfach auf diversen Segelyachten in Ost- und Nordsee sowie im Mittelmeer unterwegs gewesen. Bis auf eine Ausnahme besitzen alle Erwachsenen den Sportbootführerschein See und einige darüber hinaus noch diverse Segelscheine. Bei den Kindern wurden Adrian durch den DSV Jüngstenschein und Lars durch einen Kat-Schein als echte Seebären ausgewiesen. Aufgrund dieser Vorkenntnisse stand auch die große Törn­vor­be­sprechung im Sommer bereits ganz im Zeichen des Feintunings. Weitere Zusammenkünfte mussten nicht mehr durchgeführt werden, die später notwendigen Absprachen erfolgten der Einfachheit halber per e-mail oder telefonisch.

In der Vorbereitungsphase diente das Buch „Griechische Küsten – Häfen und Ankerplätze“ von Rod Heinkel für die Törnplanung. Für die detaillierte Tagesplanung verwendete ich die Seekarten und das Programm „MapSend BlueNav Europe“ von Maggellan. Außerdem wurden diverse Quellen im Internet angezapft. Und natürlich wurde auch die Informationsstelle Mittelmeer der Kreuzer-Abteilung im Deutschen Segler-Verband konkret zum Revier und lohnenden Zielen befragt. Später an Bord wurde dann für die Navigation zusätzlich die Seekarte G35 „Dodecanese and Coast of Turkey“ benutzt.

Für den Empfang des Seewetterberichtes sollte primär ein  Notebook mit GPRS-Internetzugang dienen. Als Quelle wurde hier der Sewetterbericht vom Deutschen Wetterdienst auf der Homepage vom DWD und auf der Homepage der Deutschen Welle als Favoriten eingespeichert. Zusätzlich wurde das Poseidon-Vorhersagesystem vom Hellenic Center for Marine Research (www.poseidon.ncmr.gr) als Favorit im Browser hinterlegt. Darüber hinaus sollte ein Weltempfänger für den Fall eines Notebookausfalls als Redundanzsystem an Bord sein.

Aber auch die empfohlenen Impfungen wurden von allen Teilnehmern gewissenhaft durchgeführt. Auf dem Impfplan standen Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Polio sowie Hepathitis A und B. Die Bordapotheke wurde von Bernd zusammengestellt, der als Apotheker dazu über optimales Fachwissen verfügte.

Samstag, Tag 1

Der Flug ab Frankfurt verlief ruhig und planmäßig, um 19:40 Uhr Ortszeit landeten wir auf Rhodos. Der Transfer zur „Mandraki Marina“ wurde für die zehn Personen mit Gepäck in drei Taxen durchgeführt. Die „Poseidon“ war schnell gefunden, und da der Vercharterer über unsere späte Ankunft informiert war fanden wir das Schiff offen vor. So konnten wir um 20:20 Uhr Ortszeit unsere Kojen beziehen und anschließend in der Nähe der Marina gut und original griechisch Essen gehen. Sehr interessant war übrigens das Vorgehen der beiden lokalen Marktbesitzer, die sich sofort beim Auftauschen eines Taxis um die Ankommenden „bemühen“: Wir hatten noch nicht einmal die Taxen bezahlt bzw. das Schiff betreten, da verhandelten wir schon über den Preis von Wasserflaschen und den Rabatt für das morgendliche Einkaufen.

Sonntag, Tag 2

Am nächsten Vormittag kam nach einer ruhigen Nacht der Vercharterer an Bord um die offizielle Übergabe durchzuführen. Um 10:30 Uhr war dies erledigt, und die Creweinweisung konnte folgen. Das Anlegen der Rettungswesten wurde aktiv von allen geübt, und jedem wurde seine persönliche Rettungsweste zugeteilt. Besonders musste bei der Einweisung natürlich auf die Kinder eingegangen werden. Um 11:45 Uhr war es dann soweit, es hieß endlich Leinen los! Leider meinte es der Wind aber nicht so gut mit uns: wir mussten unseren ersten Tagestörn ausschließlich unter Maschine fahren. Wir machten gleich das Beste daraus und übten das Mensch-Über-Bord-Manöver ausgiebig. Jeder an Bord musste einmal das Ruder übernehmen und den Fender bergen. Als Abschluss sprang dann Coskipper Klaus höchstpersönlich in das warme Wasser, damit jeder auch einmal ein echtes Mensch-Über-Bord-Manöver erleben, und auch den Unterschied zwischen einem leichten Fender und einem treibenden Körper spüren konnte. Auf besonderen Wunsch von Klaus wurde dies Manöver aber vom Skipper gefahren, traute er vielleicht den Kindern nicht?

Um 14:50 Uhr erreichten wir unsere erste Ankerbucht bei der Insel Seskli an der Südspitze der Insel Symi. Nachdem der Anker im Sandboden eingefahren war und gut hielt wurde ausgiebig geschwommen und geschnorchelt. Auch ein Landgang mit kurzem Spaziergang durch einen Olivenhain wurde durchgeführt, natürlich ohne die Taucherflossen!

Um 16:00 Uhr wurde der Anker gelichtet und unser erster Hafen, Symi auf der Insel Symi, wurde angesteuert. Das römisch-katholische Anlegemanöver gestaltete sich etwas schwieriger als erwartet, da eine starke Strömung seitlich setzte, und der Anker nur ca. 30 m von der Kaimauer entfernt auf einer Tiefe von 25m(!) eingefahren werden musste. Erst im dritten Anlauf fasste das Grundeisen vernünftig, und die Poseidon lag heckwärts an der Pier. Eine gute Taverne war schnell gefunden, und wir konnten ein leckeres Abendessen genießen. 

Montag, Tag 3

Der Tag begann mit einem tollen Sonnenaufgang. Die an den westlichen Bergrücken geschmiegten Häuser wurden langsam von oben nach unten mit Sonnenlicht durchflutet, bis die Sonne auch unser Schiff im Hafenbecken erreichte. Nachdem wir in unserer morgendlichen Törnbesprechung den Hafen Paloi als nächstes Ziel festgelegt hatten, legten wir um 10:35 Uhr ab. Unsere Befürchtung, der Anker könnte sich, wie bei anderen ablegenden Yachten mehrfach beobachtet, in Ketten verfangen haben, bestätigte sich glücklicherweise nicht. Kurz nachdem wir Symi verlassen hatten, durchfuhren wir als Highlight die enge Durchfahrt zwischen Symi und der vorgelagerten Insel Nimos.

Aufgrund des fehlendes Windes stellten wir uns wieder auf eine ruhige Motorpassage ein. Doch plötzlich ein Problem: Um 14:05 ließ sich das Schiff nicht mehr geradeaus steuern. Das Ruder blockierte, es waren nur noch Ruderausschläge nach Steuerbord möglich. Glücklicherweise war ausreichend Seeraum vorhanden. Ich übernahm das Ruder und versuchte die Ursache zu finden. Plötzlich gab es einen Ruck und das Ruder war wieder frei, dafür war aber das Steuerrad auf Backbord ausgefallen. Beunruhigt kletterte ich durch die Backbord-Achterkabine zur Ruderanlage und musste feststellen, dass das Spannelement vom Backbord-Steuerrad gebrochen war. Der Rest der Anlage war aber in einwandfreiem Zustand. Ich entschied die Reise fortzusetzen. Um 16:25 Uhr erreichten wir Paloi an der Nordküste der Insel Nisyros. Von dort setzen wir eine e-mail mit Foto des gebrochenen Spannelements und der Bitte um Reparatur an den Vercharterer ab.

Im Hafenhandbuch wurde beschrieben, dass man im Hafen von Paloi baden kann. Wir konnten es nicht glauben, aber es stimmte wirklich. Das Wasser war kristallklar und es gab sogar im Hafen einen Sandstrand! So waren die Kinder schnell im Wasser und konnten toben. Abends besuchten wir die einzige Taverne, das Essen war wieder ein echter Genuss.

Dann ließen wir das Beiboot in das Wasser, eigentlich nur um ein paar Runden vor dem Hafen zu drehen. Leider hatte ein Charterkunde vor uns aber wohl Grundberührung, und den Scherstift nur sehr provisorisch eingesetzt. Als wir außerhalb des Hafens Gas gaben drehte schnell der Motor hoch ohne seine Kraft auf den Propeller zu übertragen. Wir demontierten auf der Kaimauer den Prop und stellten fest, dass wir keinen intakten Ersatzscherstift an Bord hatten, nur halbe Exemplare.

Ungefähr 50 m weiter lag ein Fischerboot. Dorthin ging ich um zu fragen, ob es auf der Insel ein Möglichkeit der Ersatzteilversorgung gab. Leider gab es aber mitten in der Inselwelt ein Verständigungsproblem: Abseits jeglicher Touristenpfade werden offensichtlich keine Fremdsprachen gesprochen. Und doch gab es eine Problemlösung. Der Fischer ging mit mir, nach einer sehr gestenreichen Kommunikation, zu einem vor den Häusern an einem Fischerboot arbeitenden alten Mann. Auch hier gab es wieder keine Verständigungsmöglichkeit. Aber kein Problem, sah er doch den kaputten Scherstift. Er nahm Maß, zog einen Bohrer mit dem richtigen Durchmesser aus seiner Bohrerbox, kürzte ihn mit dem Winkelschleifer (selbstverständlich ohne jegliche Sicherheitsvorkehrung) und entgratete ihn fachmännisch. Anprobe – passt! Das war bestimmt der beste Scherstift, den der Motor jemals hatte, geradezu ein Designerstück!

Als Dank bot ich ihm Geld – das wollte er nicht annehmen. Joris holte Bier und Saft vom Schiff – das wollte er auch nicht haben. Wir versuchten ihn in die Taverne einzuladen – Fehlanzeige. Er freute sich einfach darüber uns geholfen zu haben, dass ihm das als Dank ausreichte. Und das, obwohl die Beschaffung eines neuen Bohrers in Paloi bestimmt eine größere Aktion ist. 

Dienstag, Tag 4

In der morgendlichen Törnbesprechung wird die Insel Kos als Ziel bestimmt. Der Wetterbericht verspricht endlich Wind. So verließen wir um 11:40 Uhr den Hafen Paloi. Aufgrund der Kurzkielversion läuft die Poseidon nur sehr schlecht Höhe. Da die Sonne schon deutlich über dem Zenith war, und wir den Kindern jeden Tag einen Badestopp versprochen hatten, drängte die Zeit. Um 14:30 Uhr starteten wir den Diesel und liefen unter Maschine Kurs nordost direkt gegen den Wind auf die Bucht Almirou zu. Diese erreichen wir um 15:25 Uhr, und sofort nach dem Einfahren des Ankers schnorcheln die Kinder bereits im Wasser. Als Attraktion erlaubte ich den Kindern, den ausgebaumten Großbaum als Sprungturm zu benutzen. Einige Kinder waren begeistert, andere trauten sich nicht. Um 17:20 Uhr hieß es dann Anker auf, und unter Segeln hielten wir Kurs gegen den Sonnenuntergang auf den Hafen Kefalos auf Kos, den wir um 18:15 Uhr erreichten.

Kaum angekommen klingelte unser Handy, der Vercharterer avisierte ein Technikerteam für die Reparatur der Ruderkette. Um 20:10 Uhr kamen sie mit 2 Mann an Bord, und das Spannelement wurde unter Hilfestellung der anwesenden Fischer gleich auf der Pier geschweißt und wieder eingebaut. Wir suchten uns für das Abendessen eine Taverne, mussten aber feststellen, dass es auf der in der Hochsaison stark von Touristen frequentierten Insel eine andere Esskultur als auf den ansonsten von uns besuchten Inseln gab. Fastfood und Imbissbuden gab es genug, aber eine echte griechische Taverne überhaupt nicht. So entschieden wir uns für das noch am besten aussehende Restaurant. Leider bestätigten sich unsere Befürchtungen. Die Qualität und Freundlichkeit, die wir von den Tavernen auf den abgelegenen Inseln und deren Bewohnern kennen und lieben gelernt hatten, gab es nicht. 

Mittwoch, Tag 5

Mit Kos hatten wir den nördlichsten Punkt unseres Törns erreicht, ab jetzt sollte es nur noch Raumschotkurse geben. Auch der Wetterbericht versprach Druck im Tuch. So legten wir hochmotiviert nach unserer morgendlichen Besprechungsrunde um 11:00 Uhr unter Segeln und den neidischen Blicken unserer Nachbarskipper ab. Kurs Insel Nisyros, an deren Südseite wir unseren täglichen Badestopp einlegen wollten. Anschließend sollte Leivadia auf der Insel Tilos unser abendliches Ziel sein.

Die Windrichtung gab uns eigentlich einen Vorwindkurs vor, wir entschieden uns aber aufgrund der ständig einfallenden Genua für Raumschotkurse. Dies bedeutete eine höhere Geschwindigkeit, wir erreichten bis zu 9,1 Knoten. Und außerdem hielten die Halsen die Crew in Übung und Bewegung.

Um 13:50 Uhr fanden wir eine Ankerbucht, die einen guten Schutz vor den Wellen und den ansonsten von den Bergen kommenden Fallböen bot. Mit Bug- und Heckanker lag die Poseidon dicht unter Land vor traumhafter Kulisse. Auch unter Wasser war der Ankerplatz ein Volltreffer. Viele Fische der unterschiedlichsten Größen und Farben sowie eine atemberaubende Bodentopographie ließen uns den Ankerplatz erst um 17:00 Uhr verlassen.

Nach einer Stunde Fahrt schlief der Wind ein. Wir entschlossen uns den Jockel anzuwerfen, um Leivadia noch zu kinderfreundlicher Zeit zu erreichen. Es wurde schnell stockdunkel, und die spärliche griechische Befeuerung hätte nicht wirklich dazu beigetragen den Hafen sicher zu finden. Aufgrund unseres GPS-Plotters war dies aber überhaupt kein Problem, und um 20:00 Uhr war die Poseidon römisch-katholisch im kleinen Hafenbecken festgemacht. Und welch ein Glück: Hier, im Bereich abseits der Touristenpfade, gab es wieder gute Tavernen! 

Donnerstag, Tag 6

Es ist nur ein kurzer Törn von Leivadia nach Chalki, auf der gleichnamigen Insel. Deshalb beschlossen wir, in einer Bucht kurz vor Leivadia unser Frühstück im Cockpit zu genießen. Um 10:45 Uhr hieß es „Leinen los“, und bereits um 11:10 Uhr „Anker fällt“. Die Bucht war sehr schön, wir hatten sie vom Hafen aus schon gesehen. Allerdings hielt der Anker nach zwei Versuchen immer noch nicht. Schließlich wurde der Buganker von Klaus in einem Felsen am Ufer verklemmt, der zusätzlich ausgebrachte Heckanker hielt das Schiff vom Ufer ab. Alles war prima, bis um 13:00 Uhr plötzlich Fallböen auf das Schiff drücken, und der Heckanker unter dem Druck auszubrechen drohte. Um 13:27 Uhr wurde schnell die Entscheidung gefällt den Ankerplatz zu verlassen.

Um 14:50 Uhr starten wir den Diesel, da der Wind eingeschlafen war. Unmittelbar vor unserem Tagesziel, dem Hafen von Chalki, legten wir in einem Abstand von nur 3 Kabellängen noch einmal einen Badestopp ein. Das Wasser war kristallklar und sehr warm, die Kinder (und wir) waren begeistert. Um 18:10 Uhr lichten wir den Anker, und um 18:30 Uhr liegen wir bereits mit Buganker an dem vorhandenen Schwimmsteg, der allerdings nicht in unserem Hafenführer eingetragen war. Da das Wasser sehr klar war sehen wir, dass er sich sehr gut auf ca. 5 m Wassertiefe eingegraben hat. Logisch, dass es in Chalki eine sehr gute Taverne gibt. Leider so gut, dass wir 30 min auf einen freien Tisch warten mussten, aber die Wartezeit lohnte sich.  

Freitag, Tag 7

Morgens um 3:00 Uhr wurde ich wach, das Schiff ruckte stark in den Achterleinen. Ein sofort durchgeführter Kontrollgang ergab, dass der Buganker immer noch gut und fest lag, aber die Heckleinen von den einsetzenden Fallböen stark einruckten. Die Poseidon kam dem Nachbarschiff an Backbord recht nahe. Obwohl der Zwischenraum gut abgefendert war entschloss ich mich dazu, eine zusätzliche Spring auszulegen. So konnte ich eine gute Ruckdämpfung erzielen und zusätzlich mehr Abstand zum Nachbarschiff gewinnen.

Dass diese Maßnahme sehr wirksam war erfuhren wir am nächsten Morgen: Wir schliefen so gut, dass wir die vergeblichen Versuche der anderen Skipper, ihre Yachten am Steg zu halten, überhaupt nicht mitbekamen. Deren Anker fanden keinen Halt, da sie wohl nur ungenügend und mit zu wenig Vorlauf in den Sandboden eingefahren worden waren. Zum Teil wurden die Heckanker als zusätzlicher Halt mit den Dingis nach vorne ausgebracht, einige Skipper gaben sogar den Kampf auf und verließen noch in der Nacht den Hafen.

Auf unsere Frage, warum uns die verbliebenen Skipper nicht geweckt hätten bzw. unseren gut haltenden Anker mittels Vorspring mitbenutzt hatten kam nur die Antwort, wir hätten ja so friedlich mit den Kindern geschlafen und uns wollte deshalb niemand stören.

Nun gut, der letzte Törntag war angebrochen. Über das Ziel gab es keine Diskussion, Rhodos war schließlich der Ort der Yachtrückgabe. Um 11:07 Uhr wurde wiederum unter Segel abgelegt, und der Kurs entlang der Nordküste von Rhodos abgesteckt. Badestopp war nach circa 15 Seemeilen auf halber Strecke eingeplant.

Um 13:50 Uhr erreichten wir den Ankerplatz, an dem eigentlich auch ein Wrack liegen sollte. Leider Fehlanzeige, wahrscheinlich war dieses schon abgeborgen. Aufgrund der anstehenden See und dem nahen Sandstrand war das Wasser so trübe, dass wir nur schwimmen konnten. Aber dafür hatte ich aus der Planke an den vorderen Klampen einen Sprungturm ca. 1,5 m über der Wasserlinie gebaut, der von den Kindern gerne angenommen wurde.

Das letzte „Anker-auf“-Kommando wurde um 15:30 Uhr gegeben, und mit einem Raumschotkurs ging es der Mandraki Marina auf Rhodos entgegen. Diese erreichten wir um 18:55 Uhr, und zum ersten Mal auf unserem Törn konnten wir uns beim Festmachen auf unseren Buganker verzichten und uns einer Muringleine bedienen. Das ist ja eigentlich langweilig...

Samstag, letzter Tag

Nach einem frühen Weckruf hatten wir unsere Sachen wieder in den Seesäcken verstaut. Der Bootsmann vom Vercharterer kam pünktlich um 9:00 Uhr an Bord, allerdings dauerte die ganze Rückgabeprozedur 2 Stunden. Erst dann bekam ich meinen Kreditkartenbeleg über die Kaution ausgehändigt und konnte ihn zerreißen. Die Verzögerung lag wohl hauptsächlich am Taucher, der erst mit Verspätung zum Abtauchen der Yachten an die Pier kam.

Da unser Flug spät am Abend ging, und wir den Kindern noch einen schönen Tag bieten wollten, deponierten wir unser Gepäck beim Kaufmann und mieteten uns 5 Motorroller. Wir fuhren zuerst die südliche Küstenstrasse in süd-westliche Richtung, überquerten das Zentralgebirge mit atemberaubenden Ausblicken und fuhren später über die nördliche Küstenstrasse nach Rhodos zurück. Wir waren alle von den Eindrücken von der Insel begeistert.

Nach einem letzten Abendessen fuhren wir mit Taxen zum Flughafen. Um 21:55 Uhr hob unser Flugzeug planmäßig ab, und wir konnten ein letztes Mal auf die Lichter von Rhodos blicken. Auf Wiedersehen Ägäis, wir kommen ganz bestimmt wieder!

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16.11.2017 19:30 Uhr Infoabend SBF-See

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