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Reise 2008 nach Schleswig von Rudolf Heese

Ein Törnbericht von Rudolf Heese

Unsere Reise 2008 nach Schleswig zur Landesgartenschau  

 

20. 05.2008 Brigittes Geburtstag, anstelle eines Großen Aufstandes wünschte Sie sich eine Reise zur Landesgartenschau nach Schleswig.

Zunächst war aber warten angesagt, denn Neptun machte seinen Windsack auf und ein kalter NE-Wind mit 5 bis 7 BF hielt uns im Hafen fest.

 

Am 1.6. war unsere Geduld am Ende, der Wetterbericht sprach von Wetterberuhigung und so machten wir „Klar Schiff“ für die Abreise, steckten aber auch gleich ein Reff ins Groß, denn so ganz trauten wir der Wetterentwicklung noch nicht.

Der 2.6. fing auch ganz moderat an, die Sonne ging weiß im NE auf und eine leichte Brise wehte aus NE. Um 5Uhr 30 machten wir unsere Leinen los und unter Motor verließen wir unseren Heimathafen. Um 6Uhr18 war die Tn. Pelzerhaken querab und wir setzten unseren Kurs auf die Tn Schwarzer Grund ab. Je weiter wir uns von Pelzerhaken entfernten, um so grober wurde die See. Wir hatten in unserer Ungeduld die Altsee unterschätzt.

Um 7Uhr 30 beschlossen wir daher den Törn zunächst zu unterbrechen und Grömitz anzulaufen in der Hoffnung dass sich die See beruhigen würde. Um 8Uhr20 machten wir, nach 8,10 sm im Hafen Grömitz fest.

Grömitz.

 Am 3.6.frischte dann der Wind wieder bis zu 7Bf aus NE auf. Wir wollten aber einen gemütlichen Törn erleben, verzichteten somit vorerst auf die Weiterfahrt und warteten in Grömitz auf eine bessere Wetterlage.

Am nächsten Tag lernten wir zwei, sehr nette Segler, Hans-Peter und Brigitte Schuh aus Berlin kennen, die auch auf besseres Wetter hofften. Mit viel Klönschnack bei gemeinsamen Kaffee verging die Wartezeit sehr angenehm und schnell.

.Der Wind blieb aber auch in den nächsten Tagen, bei seiner Richtung und Stärke, so dass wir, da er für uns von vorn kam, bei dem herrschenden Sonnenschein in unserem Cockpit Sonnenbäder  genießen konnten. So ging das dann noch tagelang weiter bis wir schließlich die Lust an einer Weiterfahrt verloren.

Am.9.6. drehte der Wind dann auch noch auf NW, eine Richtung, die wegen der Durchfahrt der Fehmarnsund Brücke, für uns noch ungünstiger war. So verzichteten wir vorerst auf die Tour, machten wir um 8Uhr unser Leinen los und segelten zurück nach Neustadt Bei den nun herrschenden NW- Winden wurde daraus dann noch gleich ein Rundkurs von 18,9sm durch die Lübecker Bucht, mit einer, am Ende, harten Kreuz vor Neustadt ,den der Wind hatte wieder mit 6Bf fast Sturmstärke erreicht. Um 14Uhr45 machten wir im ancora-Nordhafen auf Platz 193 fest. Damit war der erste Teil unserer Sommerreise 2008 nach 27,0 sm zu Ende.

Neustadt

Da sich noch keine Wetterumstellung abzeichnete bedeutete das für uns nochmals WARTEN.

Am 17.6. 2008 war es endlich soweit, das wir unseren zweiten Versuch zu unserem Sommertörn starten konnten.

Bei guter Sicht, einer leichten Brise aus W, holten wir um 7Uhr30 unsere Leinen ein und verließen unter Motor unseren Heimathafen. Setzten bei der Anst.Tonne Neustadt die Segel und mit Kurs 104° standen wir um 8Uhr10 an der Tn. Pelzerhaken. Mit achterlichem Wind nahmen wir nun Kurs auf den Schwarzen Grund, dessen Untiefentonne O. wir um 11Uhr45 umrundeten. Ein Kurs von 011°führte uns nun genau zur Anst.Tn Fehmarn Sund. Um 13Uhr44 steuerten wir in das Sundfahrwasser ein, querten um 14Uhr 25 die Fehmarnsund Brücke, änderten beim WP302 unseren Kurs auf 356° zum WP 299 vor der Einfahrt von Orth, steuerten von dort mit 85° zur Ansteuerung Lemkenhafen. Nach Sicht und Tonnen ging es dann durch die Fahrrinne nach Lemkenhafen, in dem wir um 16Uhr festmachten. Ein Bilderbuchtörn über 34,9sm lag hinter uns. Nach einer guten Fischmahlzeit waren wir rund um zufrieden und auch der Wetterbericht stellte uns für den folgenden Tag einen ähnlichen Törn in Aussicht.

Mit mäßiger Sicht und sehr leichtem Ostwind brach der neue Tag an. Um 6Uhr 40 verließen wir unter Motor den Hafen, denn eine lange Tour über freies Wasser lag vor uns. Immer noch unter Motor standen wir, nach passieren der Untiefe Breiter Barg um 7Uhr32 beim WP 301. Da wir dem Schießgebiet ausweichen mussten, steuerten wir nun mit 291° denWP300 an und von dort mit 321° zum WP 35.Immer noch unter Motor, den der Wind war völlig eingeschlafen, standen wir um 8Uhr54 beim WP35 und fuhren nun an den gelben Tonnen des Sperrgebietes endlang zum Kiel-Ostsee-Weg, den wir von 12Uhr25 bis 13Uhr03 querten.

 Mit 288° konnten wir nun den WP 66 vor Schleimünde anliegen.

 Um 14Uhr 12 brachte eine Wolke eine leichte Brise aus SW. Wir setzten die Segel und langsam ging es unserem Ziel entgegen. Nur wenige Minuten konnten wir die frische Brise genießen, dann brieste es auf. Wir legten Schwimmwesten und Liefebelt an, banden ein Reff ins Groß und mussten auch schon bald die Genua zu einer kleinen Fock einrollen, denn bereits um 14Uhr 30 wehte der Wind aus SW bei zunehmender Tendenz, mit 7 Bf. Schon nach sehr kurzer Zeit kamen steil aufsteigende Wellen auf uns zu, die uns sehr stark im voran kommen hinderten. (Man kam sich vor als säße man auf einem Wilden Mustang). Brigitte zog es bald vor, im Inneren unserer AKKA zuflucht zu suchen, denn im Cockpit gab es kein ruhiges Plätzchen mehr und auch mit Sicherheitsleine war das Risiko  groß sich zu verletzen.

Gegen 16Uhr wurde das Wellenbild chaotisch, denn nun kam uns auch noch ,das von dem starken Wind getriebene, aus der Schlei ausströmende Wasser entgegen, (wie bei einem großen Fluss),und um das Fass vollzumachen, erwischte uns  auch noch ein Nord setzender Strom , der uns in Richtung Flensburger Förde trieb und dadurch die Wellen fast unberechenbar machte. So  überraschte uns dann auch bald eine Wellenformation, die unser ganzes Vorschiff unter Wasser begrub und durch die Lüfterhutze ins Vorschiff einstieg, aber glücklicher Weise ohne Schaden anzurichten.

 Um ca. 17Uhr30 kamen wir beim Leuchtturm Falshöft endlich in die Landabdeckung und die Wellen wurden zusehends friedlicher. Da nun auch der Wind fast rechtwinklig vom Land kam, konnten wir auf den anderen Bug wenden, um 19Uhr25 den LT Schleimünde runden und in die Schlei einlaufen. Nach dem die Landabdeckung hinter Maasholm voll wirksam wurde, bargen wir die Segel und unter Motor querten wir um20Uhr 45 die Brücke Kappeln .In der Ostsee- Marina fanden wir dann auch noch einen freien Liegeplatz auf dem wir um 21Uhr 15 nach 52,8 sm fest machten.

Kappeln

Nach dieser Belastung war erstmal Erholung angesagt und da der Stegplatz für unbestimmte Zeit frei war, beschlossen wir, hier einige Tage auszuruhen. Mit Faulsein, Einkaufen und einem ausgiebigen Stadtbummel waren die ersten zwei Tage schnell herum. Am 21.6.wollten wir eigentlich weiter, aber da wurden wir von der Steggemeinschaft eingeladen mit ihnen das Fest der Sommersonnenwende zu freiern. Wir verschoben unsere Weiterreise und trafen die nötigen Vorbereitungen für den Grillabend. Es hatte sich gelohnt, eine harmonische, gemütliche Feier fand auf dem sehr schönen Grillplatz statt und in der Gastfreundschaft der Steggemeinschaft fühlten wir uns sofort“ Pudelwohl“. Der22.6. ein Sonntag fiel für die Weiterfahrt aus, denn es waren starke Gewitter angekündigt die dann auch gegen Abend eintrafen. Auch der 23.6.fiel aus ,den ein Sommersturm wirbelte über die Schlei.

 Am 24.6. flaute der Wind spürbar ab und auch der Wetterbericht versprach abnehmenden Wind, wenn auch aus SW. Um 8Uhr00 starten wir dann auch unter Motor unsere Schleitour in Richtung Schleswig. Die Brücke in Lindaunis passierten wir um 9Uhr50, weiter unter Motor, gegen an, erreichten wir um 11Uhr 45 die Große Breite, fuhren um12Uhr15 durch die Stexwiger Enge und machten um 13Uhr15 nach 16,8 sm, im Yachthafen AHOI an der Brücke A- Pl.12 fest. Damit hatten wir unser Reiseziel erreicht.

Schleswig und die Landesgartenschau 2008 Schleswig.

1.Hafentag in Schleswig.

Ein sehr warmer Tag mit viel Sonne und einigen Wolken begrüßte uns bei unserem ersten Besuch der Landesgarten Schau. Nach dem ersten Rundgang hatten wir den Eindruck, hier ist etwas für den normalen Gartenfreund mit kleinem Geldbeutel gestaltet, was sich besonders in den Themengärten zeigte.

 Für das Besondere sorgte, das Damper Blumenschauzelt, hier hatten die Floristen Schleswig-Holsteins, Blumen-Tisch-Dekarationen von höchster Qualität gestaltet. Man konnte sich nur sehr schwer von diesem Blumenzauber trennen.

 Eine nette Geste der Veranstalter war ein Stempel auf dem Handrücken, mit dem man nach verlassen des Geländes, dieses wieder betreten konnte. Wir nutzten dies, um das Mittagsessen außerhalb, im Restaurant des Segelclubs einzunehmen, denn die Bedienung - der Gartenschaurestaurationen, erinnerte stark an frühere Zeiten. Über alles gesehen, macht aber diese Landesgartenschau einen guten Gesamteindruck.

2.Hafentag in Schleswig.

Im Rahmen der Gartenschau wurden auch sie Museen aufpoliert. Dazu gehört unter andern „Haithabu die Wikingerstadt“.

Mit dem Shuttle-Bus der Gartenschau war sie kostenfrei zu erreichen. Auch wir machten davon gebrauch und starteten zu einem Museumsbesuch sowie zur Besichtigung des neuen nach gebauten Wikingerhandelsposten.

Hier zeigte eine in Wikingerkleidung agierende Mannschaft alte Handwerkskunst, z.B.wie die damaligen Menschen  Feuer mit Stahl und Feuerstein entzündeten, selber Waffen, wie Pfeil und Bogen herstellten bzw. gebrauchten und auch die Wollgewinnung als Grundlage ihrer Bekleidung zeigte man dort in allen Phasen. Für uns war es ein rundherum gelungenes Erlebnis.

Am Ende dieses Tages wurden wir noch zu zwei Schiffstaufen im Club AHOI eingeladen, bei der wir wie selbstverständlich in die Clubgemeinschaft eingliedert wurden und die dann bei Bier und Essen, bis in den späten Abend dauerte.

3.Hafentag in Schleswig.

Die Sonne versteckte sich und es regnete  aus den aufziehenden Wolken Bindfäden. Für uns war mal wieder Große Wäsche fällig, da aber der Waschsalon in der Stadt nicht mehr existierte, erkundigten wir uns mit einem Anruf bei den Stadtwerken nach einer Waschgelegenheit. Die sehr freundliche Dame am Telefon verwies   uns an den Hafenmeister des Stadthafens, dort sei eine Waschanlage für Gäste installiert. Im Hafen erwartete uns eine große Überraschung, der netteste und freundlichste Hafenmeister der Schlei reservierte für uns die Wachanlage für den ganzen Tag und gab uns sogar die Nummernkombination damit wir sie ungehindert benutzen konnten, so dass wir in aller Ruhe unsere Wäsche reinigen und auch gleich trocknen konnten. Für die Verbindung vom Club zum Stadthafen sorgte der Shuttle-Bus, der dort alle halbe Stunde vorbei fuhr.

4.Hafentag in Schleswig

Das Wetter wurde auch am 28.6. nicht viel besser und so veranstalteten wir an Bord ein Großes Essen für zwei Personen, womit die Zeit bis zum Regenende gut überbrückt wurde.

5.Hafentag in Schleswig.

Am 29.6.gab es wieder Sonnenschein und einige Wolken, aber angenehmen Temperaturen, machten wir uns auf den Weg den Barokgarten mit dem Globushaus zu besichtigen. Mit einer netten Führung kletterten wir mit 12 Personen in das Innere des Globusses um dort das Himmelsgewölbe eines Tages im Zeitraffer- Tempo vorüber ziehen zu sehen. Wenn auch die Technik bei der Restauration bzw. dem Nachbau modernisiert wurde, so ändert das aber nichts an der großen Leistung des ersten Erbauers im 16 Jahrhundert.

Eine Enttäuschung war aber der anschließende Besuch des Gottorfer Museums, da wir den Vormittag im Barokgarten zu gebracht hatten wollten wir uns für den Museumsbesuch im Schloss zunächst stärken, aber die Organisation versagte jämmerlich, das Schlossrestaurant war kurzfristig geschlossen und so mussten wir bis in die Stadt wandern um unseren Durst und Hunger zu stillen.

6.Hafentag in Schleswig.

Für den Montag den 30.6 hatte sich Besuch angemeldet, Martina mit Freundin Sabine erschienen um 11Uhrbei uns an Bord um zu Klönen, was sich nach einem gemeinsamen Mittagessen bis zum Abend ausdehnte. Am Nachmittag kam dann auch noch das Ehepaar Kurz aus Göttingen und so wurde auch aus diesem Tag  ein schöner, gemütlicher Hafentag.

7.Hafentag in Schleswig. Sonne sehr warm. 30°C im Schiff.

Da wir die Misere in Gottorf schon kannten, versahen wir uns schon am Morgen mit festen und flüssigen Proviant um im Museum nicht zu verhungern. Es reichte dann aber doch nur zu einem Rundgang durch die Kutschen und Wikinger Abteilungen, sowie einen Besuch der Mumienausstellung. Nach einer Rundfahrt mit dem Shuttle bis zum aufgegebenen Bundeswehrstandort, landeten wir dann in der Schleimöve, ein sehr gutes Fischrestaurant im Holm, bei einer vorzüglichen Fischmahlzeit.

8.Hafentag in Schleswig, wieder Sonne pur und 30°C im Schiff.

Für uns das richtige Wetter um der Gartenschau noch einen Besuch abzustatten. Inder Vorschau war auch noch ein Wettervortrag angekündigt, aber die Info-Organisation war nicht in der Lage darüber Auskunft zu geben.

Nach einem sehr schönen Bummel durch die Anlagen bei dem vorallen die kinderfreundliche Ausstattung der Gartenschau in Form von Spielplätzen und spielerischer Erklärungen biologischer Vorgänge auffiel, fanden wir uns am Nachmittag zu dem Wettervortrag ein, aber außer uns und dem Vortragenden hatte niemand davon erfahren. Herr Dehlfs vom dwd lud uns dann ein, mit ihm die Wetterwarte Schleswig zu besichtigen, wovon wir gerne gebrauch machten. So kamen wir dann auch noch zu einem Privatvortrag über die Wetterentwicklung und zu einer Einladung zu einem Wetterseminar nach Helgoland.

9.Hafentag in Schleswig.

Da der Wetterbericht zunächst Sonne, dann aber zunehmend Wolken und später Gewitter ankündigte, legten wir zunächst noch einen Tag für einen Stadtbummel und zum Abwarten ein. Dass diese Endscheidung richtig gewesen war sollte sich bald zeigen, denn das Gewitter mit Regen und Starkwind ließ nicht lange auf sich warten, bereits am frühen Nachmittag ging es richtig zur Sache.

10.Hafentag in Schleswig.

Da sich noch keine richtige Wetterlage ankündigte, beschlossen wir auch die noch ausstehenden Besichtigungen durch zuführen. Zuerst ging es wieder mit dem Shuttle-Bus zum Teddymuseum im Stadtmuseum. Wir waren angenehm überrascht mit welcher Liebe und Einfühlung dieses eingerichtet ist. Ein Querschnitt durch die ganze Entstehung und Verbreitung der Teddy-Bären, sogar Ihre Namensfindung ist dort erklärt und auch für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt. Nur schwer konnten wir uns von dieser schönen Einrichtung trennen, aber der Wikinger Turm sollte noch erklommen werden um einen letzten Rundumblick von Schleswig mit zunehmen. Mit dem Fahrstuhl war der Aufstieg in wenigen Minuten erledigt und ein herrlicher Blick über Stadt und die Schlei belohnte uns, was noch gekrönt wurde von einem opulenten Essen mit Fernsicht. Damit ging für uns der Aufenthalt in Schleswig zu Ende und am 5.7.hieß es dann wieder Leinen los.

Die Rückreise.

Es wehte eine leichte Brise aus West und ein wenig Nebel stand über der Schlei, als wir um 7Uhr41 am 5.7. den gastlichen Hafen des Segelclubs AHOI verließen. Unter Motor, nach Sicht und Tonnen passierten wir um 8Uhr16 die Stexwiger Enge auf 4,5m Wassertiefe. Der Nebel hatte sich verflüchtigt und so waren die Tonnen auf der Großen Breite sehr gut zusehen. Noch immer mit Motorkraft, da der Wind noch immer sehr schwach war, fuhren wir um 9Uhr durch das enge, gewundene Fahrwasser bei Missunde, mussten die Seilfähre durch lassen und standen um 9Uhr50 an der Tonne 54 bei der Liebes Insel, als der Wind etwas zulegte. Wir rollten zusätzlich die Genua aus und mit dieser Zusatzkraft passierten wir um 10Uhr50 die Klappbrücke Lindaunis.

Bei guter Sicht und Sonnenschein genossen wir den folgenden sehr schönen Abschnitt bis Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands, als um 12Uhr der Wind auf Ost drehte. Mit Motor reichte es dann aber doch noch um 12Uhr50 die geöffnete Brücke in Kappeln zu durch fahren.

Bei dem nun vor uns liegenden Abschnitt blieben wir bei dem Motorantrieb und machten um 13Uhr 55 in Maasholm nach 20,4 sm am Steg B3 Pl. 21 fest. Um 16Uhr30 zeigte uns eine in Richtung Eckernförde ziehendes Gewitter das die Wetterlage sich noch immer nicht beruhigt hatte.

Der 6.7.ein Sonntag fing an wie der Wetterbericht angekündigt hatte, bewölkt, mäsige Sicht und leichter Westwind. Um 6Uhr 40 verließen wir unter Motor den Hafen. Im Fahrwasser der Schlei fuhren wir um 7Uhr12 am Leuchtturm Schleimünde vorbei und hatten wenig später den WP 66.querab.

Die See war glatt, ohne Wellen und der Wind schlief völlig ein. Mit 120° wählten wir unseren Kurs zum WP 79.Das bedeutete für die 15sm, drei Stunden - Motorfahrt.

Um 11Uhr11 standen wir vor dem Kiel-Ostsee-Weg. Mehrere große Schiffe waren dort auf dem Weg nach Kiel unterwegs. Nach dem sich eine größere Lücke gebildet hatte, versuchen wir unser Glück und erreichen auch ohne Probleme die andere Seite. Um 12Uhr12 kam die gelbe Tonne des Schießgebietes querab und wir nahmen mit 155° Kurs auf WP 39. Nun hatte auch der Wind zu einer leichten Brise aus Ost aufgefrischt Wir legten unsere Schwimmwesten und Lifebelts an und setzen die Segel. Bis 14Uhr23 konnten wir diesen Kurs hoch am Wind gut durchhalten, dann drehte er auf SE, frischte auf und nun mussten wir kreuzen.

 Um 17Uhr 45 bildete sich im Westen eine dunkle Wolke die sich in unsere Richtung bewegte. Wir bargen das Groß starteten den Motor und änderten unseren Kurs auf 97° um zum WP 301 zu gelangen, in der Hoffnung das sie südlich an uns vorbei zöge.

 Um 18Uhr23 hatte uns die“ Dunkle“ Wolke eingeholt und ein ausgewachsenes Gewitter entlud sich mit Blitz und Donner sowie riesigen Wassermassen über uns. Um nicht auf Legerwall zu geraten, änderten wir unseren Kurs auf 220° um im freien Wasser zu bleiben. Dieses Chaos dauerte ca.1 Stunde, dann war das Gewitter durchgezogen und wir konnten unseren Standort orten. Wir überlegten ob wir bei diesen Verhältnissen noch durch die 3,8sm entfernte Brücke segeln oder unseren Kurs auf den Hafen Orth ändern sollten.

 Um 20Uhr 10 kurz vor dem WP302 entschieden wir uns für den Hafen Orth. Wir peilten den WP299 vor der Einfahrt nach Orth an, legten unseren Kurs so fest, das nach unserer Meinung genug Raum blieb, um sicher an der Sandbank Breiter Barg vorbei zu kommen. Um 20Uhr 25 rumpelte es plötzlich und wir standen still, wir saßen auf Grund, für uns zunächst unverständlich.

Wie wir später feststellten, waren wir in einen nach West setzenden Neerstrom geraten, der uns am Westrand der Fahrrinne auf die Sandbank gedrückt hatte. So saßen wir bei 1,4 m Wassertiefe auf der Untiefe Breiter Bark fest.

Alle Versuche mit eigenen Mitteln wieder frei zu kommen schlugen fehl, so riefen wir über Handy den Hafen Orth an und baten um Schlepphilfe. Um 22Uhr35 kam ein Fischer mit seinem Motorboot und zog uns ins tiefe Wasser zurück und lotste uns in den Hafen Orth, den wir dann mit eigener Kraft erreichten und in dem wir um 23Uhr10 nach 55,0 sm an der Ostpier fest machen.

Orth

1.Hafentag in Orth.

Am 7.7. wurde als erstes unsere SY.AKKAIII einer gründlichen Inspektion unterzogen. Nach dem wir keine Schäden entdecken konnten ,(kein Wasser im Schiff, Motor mit Propeller und Ruder OK),verholten wir uns auf einen neuen Liegeplatz zum Steg West ,Platz 1, denn wir mussten uns erst von dem Erlebnissen des Vortags erholen. Auch bei dem Hafenkaffee und dem Fischer mussten wir uns noch für die geleistete Hilfe bedanken und die entstandenen Kosten ersetzen.

2.Hafentag in Orth

Der Wetterbericht sagte für den 8.7. wieder Gewitter voraus, sodass ein weiterer Ruhetag eingelegt wurde. Mit lesen, den Laptop mit W-LAN aktualisieren und klönen warteten wir auf das angekündigte Gewitter das dann auch prompt zum Nachmittag los legte.

3,Hafentag in Orth.

Trotz Sonnenschein drehte der SWS-Wind noch einmal richtig auf, bei Windstärken von 5-6Bf brachte er es in de Böen bis auf 9Bf.

Für uns wurde es Zeit unsere Vorräte zu ergänzen und da die Busfahrer gerade streikten, machten wir uns zu Fuß auf den 5 km langen Weg nach Petersdorf zum Einkaufen. Im Edeka Großmarkt fanden wir ein gut sortiertes Sortiment und so waren unsere Einkaufstaschen schnell bis zum Rand gefüllt. Bald schon stellten wir fest das damit der Rückweg doch wohl nicht zu Fuß zu bewältigen war.

 Da kein Bus zubekommen war suchten wir ein Taxi, aber auch da Fehlanzeige. Eine nette junge Frau die wir wegen einer Taxiadresse ansprachen erklärte uns, das so etwas in Petersdorf nicht gebe, bot sich dann aber freundlicher Weise an uns mit ihrem Auto zum Hafen zu bringen. So ging auch dieser Tag mit einem guten Erlebnis zu Ende. Als wir im Hafen ankamen, wehte uns auch hier wieder der Wind mit 9Bf um die Ohren.

4.Hafentag in Orth.

Auch der 10.7.begann wieder mit Sonnenschein und da wir uns auch schon an den Hafen gewöhnt hatten, verbummelten wir auch noch diesen Tag und ließen es uns im Hafenkaffe gut gehen.

5.Hafentag in Orth.

Eigentlich wollten wir nun aufbrechen, aber da erreichte uns ein Anruf unserer Stegnachbarn, Peter und Rita, sie seien mit ihrer Yacht auf den Weg nach Fehmarn um ein Stück mit uns zusegeln. bzw. abzuholen. Sie würden am 12.7.gegen Mittag bei uns eintreffen. Damit war natürlich noch nicht an Abreise zu denken. Wir machten nach dem Anruf einen ausgiebigen Rundgang durch und um den Hafen, der am Abend in dem Restaurant Ostseeblick zum Matjes Essen endete. Es gab die besten Matjesfilets die ich jemals gegessen habe. Als wir vom Essen zurück kamen setzte das Wetter noch eins drauf und wir erlebten als Krönung des Tages einen fantastischen Sonnenuntergang, den ich dann auch zur Erinnerung als Bild dokumentierte.

6.Hafentag in Orth.

Am 12.7.morgens lud uns ein Bootsnachbar zum mitfahren in seinem Auto ein, um noch Einkäufe zutätigen. Wir waren gerade von der Einkaufstour zurück, als um 11Uhr30, aus der Kieler Bucht kommend, das erste Gewitter dieses Tages an uns vorüber zog. Ein Anruf mit dem Handy klärte, das unsere Nachbarn gerade in die Fahrrinne des Fehmarn Sund eingelaufen waren. Wenig später zog das nächste Gewitter durch den Sund und erwischte Peter und Rita bei der Brücke, so das ein ausweichen nicht möglich war. Sie kämpften sich durch den Sund machten um 14Uhr bei uns in Orth auf Platz 19 fest. Um 14 Uhr20 kam ein weiteres Gewitter aber diesmal genau über unsern Hafen und wehte mit 10 Windstärken den Regen waagerecht über die Schiffe. Eine vor dem Breiten Barg vor Anker liegende Yacht wurde durch diesen Gewittersturm quer über die Bucht bis auf die Hafenmole getrieben und musste später von der SAR mühsam frei und in den Hafen geschleppt werden. Um 16Uhr war der ganze Spuck vorüber und wir konnten endlich den“ Festmacher Schluck“ mit Peter und Rita genießen.

 

7.Hafentag in Orth.

Da unsere Gäste das erste Mal in Orth waren, wurde natürlich die Abreise noch um einen weiteren Tag verschoben, um mit ihnen gemeinsam die Hafenatmosphäre zu genießen

Heimwerts durch den Sund

Am 14.7 um 6Uhr45 verließen wir gemeinsam bei einer leichten Brise aus West den Hafen passierten, um 7Uhr 45 die Sund –Brücke und verließen um 8Uhr 15 das Sund–Fahrwasser. Mit 183° nahmen wir, nun unter Segel, Kurs auf den WP 306 vor der Untiefe Schwarzer Grund. Um 9Uhr drehte der Wind auf SW und nahm auf 4Bf zu, mit einem Kurs hoch am Wind war er aber noch gut zu segeln, sodass wir schon um 10Uhr 34 den WP 306 querab hatten und mit 231°Generalkurs versuchten den WP 314 zu erreichen. Mit großen Kreuzschlägen standen wir gegen 12Uhr vor Grömitz und rundeten um 13Uhr24 die Tonne Pelzerhaken und machten um 14Uhr31 im ancora Nordhafen nach 33,5sm auf unserem Liegeplatz 193 fest. Eine abenteuerliche Reise von 235sm lag hinter uns und wir freuten uns über den überaus herzlichen Empfang durch Kurt und Christa, die sogar eine Kaffeetafel zur Begrüßung der Seefahrer organisiert hatten.

 

 

Rudolf Heese

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